Boah Brüste!

Boobies
Artwork: moodwood.ch
Liebste Fab

Man sollte meinen, mit einem gewissen Alter kennt man seinen eigenen Körper. Man kennt die Schwachstellen, man kennt die eigenen Vorzüge. Schaut man sich dann aber ein paar Jahre später Fotos von sich selbst an, wird wohl dennoch über den einen oder anderen Fashion-Fauxpas von damals geschmunzelt. Es hat doch etwas an sich, dieses belehrende Eltern-Sprichwort «man lernt eben nie aus». Und so wurde ich erst gerade letztens eines Besseren belehrt.

Brüste. Titten. Möpse.

Ich kann mich gar nicht so recht daran erinnern, wann ich als Mädchen Brüste bekommen habe. Wahrscheinlich so um die 11 Jahre? Und meinen ersten BH-Kauf war wohl doch nicht so episch, wie in den Filmen stets dargestellt, denn beim besten Willen kann ich die Erinnerung daran nicht abrufen. Ich hatte schon immer eine unkomplizierte Beziehung zu meinen Brüsten. Sie sind halt, wie sie sind.  B-r-ü-s-t-e. Komisches Wort. Klar gibts dafür gaaanz tolle Synonyme wie: Busen. Titten. Möpse. Melonen. Also auch solch despektierliche, die sich an Form und Grösse orientieren. Heidi Klum macht es sich einfach und benennt die beiden nach zwei männlichen Pendants: «Hans und Franz». Der Marketing-Coup ist ihr gelungen. Warum Frau Klum den weiblichen Argumenten Männernamen gibt, liegt auf der Hand. Wir leben halt nun in einer Zeit, da sind Brüste nicht für uns Frauen da, sie sind das Symbol männlicher Begierde.

Dass sie eigentlich eine Funktion ausüben, wird dabei schleunigst unter den Teppich gekehrt. Will man ja auch nicht sehen. Frauen sollen gefälligst ihre Babys zu Hause stillen. Aber um 2 Uhr nachmittags im TV Brüste und Sexszenen zu zeigen, Frauen als Sexobjekte darzustellen – hey, normal, mach dich mal locker hier. So scheint die TV-Moderatorin zu denken und ertappt sich selbst dabei, dass an ihrer Denkweise doch nicht alles so politisch korrekt ist.

Your breasts are sexual things!

Die Schauspielerin Alyssa Milano hat mit ihrem Interview ganz schön viele da draussen aufgerüttelt und auf ein wichtiges Thema aufmerksam gemacht. Und die Moderatorin ist dabei das beste Beispiel für unsere Gesellschaft, die Brüste als selbstverständliches sexuelles Spielzeug ansieht und eine in der Öffentlichkeit stillende Mutter mit einem Kopfschütteln abtut. Ich will jetzt damit nicht jede Frau zum Stillen in der Öffentlichkeit bewegen. Viele Frauen fühlen sich dabei nicht wohl oder sehen das als einen privaten Moment zwischen Kind und Mutter an. Ich finde, jede Frau sollte das für sich selbst entscheiden dürfen. Ohne wertende Blicke oder zwanghafte Schubladisierungen, weil wir es für „merkwürdig“ finden im Café neben einer Brust bzw. einem Nippel zu sitzen.

America is actually fine with tits, it’s nipples they don’t like.

Alyssa fragt die Moderatorin, warum es denn für Miley Cyrus in Ordnung sei, ihre Brüste dermassen zur Schau zu stellen und trifft dabei den Nagel auf den Kopf. Ich kenne Mileys Absichten dahinter nicht. Vielleicht ist es jugendlicher Leichtsinn, Provokation, Aufmerksamkeit oder einfach nur eine junge Frau, die eins mit ihrem Körper ist und tatsächlich etwas in den Köpfen der Menschen bewegen möchte. Man kann es sehen, wie man es will. Aber mit einem hat sie recht: Brüste sind Brüste. Aber die Nippel sind diejenigen Körperteile, die zwar auch Männer haben, aber die schlussendlich das Tabu einer Brust darstellt. Deswegen ist es ja auch völlig okay, wenn Frau Cyrus ihre Brust zeigt, solange sie nur die Nippel verdeckt. Komische Welt.

Der richtige BH-Kauf

Ich gebe ja zu, ich hatte auch mal meine Phase BH-frei durch die Welt zu gehen. Befreiend wars, wenn auch nicht immer praktisch: sei es beim Sport, Treppensteigen oder einfach, weil ich mal wieder dem Bus hinterherrennen muss. Ich dachte eben, mit meiner Körbchengrösse lohnt sich das ja auch nicht. Und man spart ja eine ganze Menge Geld, wenn man sich keine BHs kaufen muss. Sehr bequem sind dann auch nur die wenigsten, trotzdem befinden sich eine Spannbreite von Sport-BHs, Triangel, Bügelfreien und solche mit Bügeln bei mir in der Schublade und werden brav tagtäglich getragen (ausser zum Schlafen und sonntags im gemütlichen Homedress). Nur das mit den Push-ups habe ich wohl mit Mitte 20 aufgegeben. Finde ich unnötig, diese Mogelpackungen und bequem sind die bei Weitem nicht.

Boobs
Quelle: Man Repeller

Mittlerweile gibt es echt sehr schöne Modelle von AIKYOU für kleine Grössen. Doch leider nicht für mich, wie sich herausstellen sollte. Denn anscheinend gehöre ich zu der Gattung Frau, die ich noch vor ein paar Jahren belächelt hatte, weil sie stets zu kleine BHs kaufen. Jetzt komme ich mir ganz schön blöd vor. Ich war der festen Überzeugung einen BH in meiner üblichen Körbchengrösse kaufen zu müssen. Die sympathische Verkäuferin im Coop Ryfflihof Bern beäugte mich kritisch und belehrte mich nach der Vermassung eines Besseren. Und ich fühle mich seither, wie ein neuer Mensch (Danke, falls Sie das jetzt lesen sollten!). Ich dachte immer, es sei doch normal, dass ein BH nicht so bequem ist. Nun weiss ich, ein guter BH bemerkt man kaum und siehe da, meine Nackenverspannungen sind seither auch besser geworden.

Also liebe Frauen: Lasst euch mal in einem guten Fachgeschäft beraten und vermessen! Und probiert die Dinger immer in der Kabine an, denn die Grössen sind von Marke zu Marke unterschiedlich (it’s a Fact #3). Have a boob day!

Boobie-Gruss von Bern zu dir nach Zürich,
Eve
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