Diamonds

Diamonds
Quelle: musictour.eu

Can’t Stop The Feeling…

Verflixt! Habe ich doch erst gerade über das Revival der 90er Mode gemeckert, so freut es mich bei Musikvideos eben doch, wenn Künstler sich an dieser Ära orientieren.

Natürlich, die Musikära der 90er hat nicht nur tolle Video hervorgebracht, man denke da zum Beispiel an Britney Spears im knappen Schuloutfit. Dennoch war die Wertschätzung für ein tolles Musikvideo hoch und vor allem gab es damals TV-Kanäle, die sie auch gezeigt haben. Damals als MTV noch nicht als Dauerwerbesendung für Unterhaltungsfernsehen galt, sondern als Medium, welches die neusten Musikvideos zelebrierte.

Zweifellos hat sich die Gesellschaft verändert und mit ihr auch der Konsum von digitalem Inhalt. Streaming-Dienste wie Spotify erlauben es uns jederzeit und überall nach neuen Songs zu stöbern – was bei mir darin resultiert, dass ich praktisch keine Bandnamen mehr kenne oder nennen kann, dafür meist schon deren Songs im Ohr hatte. Videos dazu? Fehlanzeige. Remixes, Samples oder ähnliches leben von den neuen Möglichkeiten der rasanten Verbreitung und davon, dass es kein Musikvideo mehr für einen gewissen Bekanntheitsgrad braucht.

Die Produktion eines Videos ist natürlich auch stets eine Kostenfrage, allerdings finde ich es schade und habe persönlich das Gefühl, dass das musikalische Erlebnis so eindimensionaler geworden ist.

Tolle Musikvideos machen gute Songs erst komplett und trotzdem sind sie vom Aussterben bedroht.

Hommage an meine 90er-Lieblinge

Hier eine kleiner Auszug meiner liebsten (Trash-) Videos:

I’m Too Sexy – das Video zu diesem Song. Einfach nur gut.

Selten war Eminem so lustig und selbstironisch, wie hier.

Katzenvideos gibt es nicht erst seit gestern, hier der Beweis.

Sex sells: Ausziehen geht immer, Robbie Williams treibt es gar ein Stück weiter.

Die Frauen stehen den Männern in nichts nach: Knappe Outfits und eine grosse Studiokulisse. Mehr braucht es nicht, um in den Köpfen hängen zu bleiben, TLC hatten es eben drauf.

Eigentlich bereits frühe Nuller-Jahre. Die Gorillaz waren im Animations- und Illustrationsbereich federführend.

Musikvideos von heute

Das Videos aber für Künstlerkarrieren durchaus prägend sein können, dass zeigen Stars mit grossem Budget. So gratuliere ich dem Berater- und Kreativteam, welches Adeles perfekten Augenaufschlag zu ihrem Markenzeichen gemacht hat. Ein Wiedererkennungszeichen, das sie in ihrer momentanen Tour geschickt in Szene setzt. Und so plädiere ich für mehr gute Musikvideos! Denn, dass Musik ein Lebensgefühl vermitteln kann, ist unbestritten. Und, dass ein tolles Musikvideo dieses Gefühl bekräftigen kann, darauf wird allerdings zu wenig geachtet.

Ein weiterer 90er-Star (hallo *NSync!) kommt gerade mit einem neuen Ohrwurm und einem tollen Video um die Ecke, angelehnt an die 90er-Trash-Zeiten. Seit er als Solokünstler unterwegs ist, wird alles zu Gold, was er berührt … und tanzen kann er auch noch. Wir schmelzen dahin.

Justin zeigt uns auch gleich den Unterschied zu den 90er: Vor dem ultracoolen Oldschool-Video veröffentlicht man ein möglichst authentisches Video mit dem Namen «Pre Listening».

Ein Video, das dem Zuschauer vermitteln soll: Du bist live dabei, hier ist nichts gestellt.

Der Unterschied der beiden Videos ist klar erkennbar und zeigt, in welche Richtung sich die Musikbranche leider in den letzten 25 Jahren auch entwickelt hat. Alles wird als «authentisch und persönlich» vermarktet, was vermeintlich ehrlicher erscheint, ist jedoch genauso nach Drehbuch produziert. Da vermisse ich doch die guten alten Zeiten, wo jeder klar erkennt, wie gestellt die ganze Szenerie war.

 

Mit all diesen audiovisuellen Eindrücken wünsche ich dir einen tollen Start ins (leider meist regnerische) Wochenende!
Written By
More from Fab

Pretty & Pure: Facials

Als ich die Tür hinter mir schliesse und die Sonne mir ins...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.