Diamonds

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Quelle: hbo.com

Wann ist denn das passiert? Carrie & Co. sind doch tatsächlich gerade volljährig geworden, also äh, ich meine die Serie ist gerade 18 Jahre alt, seitdem sie zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Wahnsinn oder?! Ich dachte ja schon damals beim Ende der Serie «Friends», dass ich diese auf immer und ewig wiederholend anschauen werde. Doch da täuschte ich mich. Die einzige Serie, die es bisher geschafft hat, dass ich alle Staffeln mindestens schon fünf Mal durchgeschaut habe, ist die Geschichte, der vier Frauen, die eine ganze Generation geprägt haben. Nie hat sich eine Serie zuvor so offen über Sex geäussert, geschweige ist dieses (Tabu-)Thema derart ehrlich und doch romantisiert durchgespult worden.

Sex and the City

Wir alle fühlten uns Carrie verbunden, der alten Romantikerin, fanden Samantha einfach erfrischend anders, lachten über Miranda und regten uns über (die prüde) Charlotte auf. Zumindest ein bisschen, denn wenn man genau hingeschaut hat, war doch die brave Vorzeige-Frau Charlotte diejenige, die am meisten Sexpartner in der Serie hatte und wir insgeheim einfach nur liebenswert fanden. Zumindest habe ich das irgendwann und irgendwo mal gelesen, dass Charlotte’s Männerquote die von Samantha, um einige Treffer überholte. Aha.

giphlkhy

So kommt es also, das ich mich heute frage, wie die Serie in Zeiten von Tinder & Co. aussehen würde. Carrie wäre wohl endgültig Nichtraucherin, hätte ihre Manolo Blahniks gegen mehrere Paare Aquazzuras ausgetauscht und würde keine Bücher, sondern mehrere Blogs führen, ihren Instagram-Account mit den neusten Outfit-Bildern anreichern und sich über ihre Tinder-Dates beschweren, die doch nur das eine wollen: Netflix & Chill. Dabei bin ich froh, dass ich die alte Carrie eben noch mitbekommen habe, die mit dem Träumen nach dem einen, one and only, Mr. Big nie aufgehört hat – übrigens in Zeiten von «ich-kann-und-will-mich-nicht-festlegen» noch immer dieselbe Leier. Ein toller Artikel an der Stelle zum Peter-Pan-Syndrom, geschrieben von der zauberhaften Antonia von amazed – lesenswert!

Eine der wohl erinnerungswürdigsten Folgen für mich, diejenige mit Jenny Brier. Carrie & Co. fragen sich darin, ob sie selbst eigentlich nicht erwachsen geworden sind oder ob die jüngste Generation einfach die Etappe des Kindseins überspringt. Und warum zum Teufel ähneln sich Jenny & Co. den über 30-Jährigen in Style und Ausdruck so? Mir ergeht das nämlich genau so und auch mir stellt sich diese Frage. Ich sitze im Bus und mir gegenüber sitzen zwei hübsche Mädchen. Ich schätze sie gegen 16 Jahre alt, doch unter dem vielen Make-up ist das schwierig zu beurteilen. Die Mädchen sind perfekt geschminkt, die Augenbrauen à la Cara Delevigne, Contouring und die Lippen à la Kylie Jenner. Die Kleidung entspricht ganz dem heutigen Schema: weisse Stan Smith, schwarze Skinny Jeans, Crop Top, lange Haare und Bomberjacke. Ich schaue an mir herunter und stelle fest: Ausser den Adidas Schuhen, die ich nicht besitze, bin ich genau so angezogen (okay, auch ohne das Crop-Top).

Es ist erstaunlich, ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich markant anders kleide, als mit 25 Jahren. Ich frage mich: Bin ich stehen geblieben oder ist die heutige Generation einfach frühreif? Bin ich stylingtechnisch nicht erwachsen genug? Gilt man nur dann als erwachsene Frau, wenn man Sneaker gegen Pumps eintauscht? Rucksack gegen Trapez-Handtasche? Gleichzeitig weiss ich heute mehr denn je, was mir gefällt und steht. Nun, ich glaube darauf gibts nur eine richtige Antwort: Man ist so alt, wie man sich selbst fühlt, und sei einfach du selbst. Das haben uns Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte schliesslich all die Jahre vermitteln wollen. Und ich fühle mich wie 30 – trotz Sneaker, Rucksack und meinem Run DMC Pulli. Word & Happy Birthday Ladies!

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