Essen und Trinken in Zürich

Food Update Zürich

Ich kann mich glücklich schätzen, in meinem Freundeskreis gleich drei sogenannte «Zürcher Gastroexperten» zu kennen. Natürlich ist das meine persönliche Meinung, allerdings zeichnen sie sich dadurch aus, dass sie selbst die besten Gastgeber sind. Sie schmeissen mit einer Leichtigkeit ein Essen für über 10 Personen, kochen tierisch gut und wissen daher, was dem Gaumen und auch dem Wohl des Gastes mundet. Sie wissen auch, wo die Oma noch den Tomatensugo überwacht, wo die Bewirtung fachlich kompetent und eben auch aufmerksam ist oder wo man einen richtig guten Pisco Sour oder Sazerac bekommt. Ihre tollen Restauranttipps und Berichterstattungen gehen quer durch alle Preisklasse: von exorbitant luxuriös bis zu «über die Gasse». Qualität ist also nicht immer nur den höchsten Preisklassen vorbehalten. Eine erfreuliche Nachricht.

Solche Freunde sind wirklich Gold wert, denn sie können dir kompetent und schnell zahlreiche Restaurants nennen, wenn du auf der Suche nach Abwechslung oder nach einer guten Empfehlung bist. Oder sie bringen dir eben etwas bei wie zum Beispiel: Bei Neueröffnungen lasse für deinen ersten Besuch genügend Zeit verstreichen (sprich, bis der erste Hype vorüber ist) oder gehe gleich am Eröffnungstag (man profitiert noch von einem besonders aufmerksamen Service).

Aktuell habe ich also sechs «neu» eröffnete Lokalitäten aufgelistet, die ich bald testen möchte oder endlich gerade getestet habe. Keiner der sechs Restaurants kann man als wirklichen Geheimtipp handeln, vielmehr zählen sie zum «Newest Shit in Town».

The Artisan

 

Es scheint wie verhext: Jedes Mal, wenn ich mich dazu entschliesse einen Tisch zu reservieren, ist alles ausgebucht oder es ist geschlossen (Montags). Viel zu lange schon will ich dieses Restaurant testen, so sehr fasziniert mich die Grünoase und die guten Kritiken über das gute Essen und die spezielle Atmosphäre. Ich muss mich anscheinend noch etwas gedulden, die Rückmeldungen von anderen sind durch und durch positiv.

Più

Was unsere Holzofenpizza so einzigartig macht? Wir gönnen dem Teig ein „dolce far niente“ von 48 Stunden, um luftig und leicht zu werden. Schmeckt wie in Napoli!

Es ist mittlerweile wirklich schwierig, mich mit einer Pizza überzeugen zu können. Seit ich die perfekte Steinofen-Pizza geniessen durfte, gibt es für jede Pizzeria hier in Zürich eine hohe Hürde zu meistern. Ja, die Pizza im Più ist sehr lecker und die reduzierte Auswahl (respektive die Chefauswahl) begrüsse ich sehr, allerdings habe ich schon ähnlich gute Pizzen in anderen Bindella-Restaurants gegessen. Nach der ganzen Berichterstattung hätte ich mir eigentlich mehr erhofft und erwartet. Die Lokalität mit den hohen Räumen hat mich allerdings sofort begeistert und der Service war zuvorkommend, wenn auch etwas verwirrt. Ich werde dem Lokal nochmals einen Besuch abstatten, mit weniger hohen Erwartungen, vielleicht folgt dann die Begeisterung noch.

 

Lily’s Factory

Das alte Lily’s gehört zu meinen «all-time-favourites». Ein schnelles, unkompliziertes Abendessen, das bei jeder Menüwahl einfach gut schmeckt. Aufgepasst: Verlässt man das Lily’s, dann nimmt man stets einen leichten bis stärkeren Küchenduft mit nach Hause. Nicht weiter schlimm, aber der Sitznachbar im Kino könnte das nicht so toll finden. Ob an der neuen Location der Dampfabzug vielleicht besser funktioniert? Mit luftigem Industriecharme ausgestattet, hat das Lily’s Factory gerade am Lochergut eröffnet. Die Menükarte ist praktisch identisch. Meine klaren Favoriten sind der violette Eistee und das Bai Krapao: Gebratenes Rindfleisch mit Thai-Basilikum, Thai-Langbohnen, Chili und einem Spiegelei inklusive.

Man sitzt etwas nah aufeinander, also nicht der ideale Ort für intensive Privatgespräche, zumindest kommt man so mit den Sitznachbarn ins Gespräch – in Zürich eine Seltenheit.

 

Bank

Hier eine Bank, da eine Bank und jetzt plötzlich eine am Helvetiaplatz. Alle reden von der neuen Bank, die anscheinend alles kann: Café, beste Bäckerei (John Baker), Abendessen und Drinks. Im Fachjargon nennt man das die eierlegende Wollmilchsau. Ich bin ja gespannt und kann mich noch nicht so recht entscheiden, wann ich die neue Bank besuchen soll. Rappelvoll soll es zu jeder Uhrzeit sein.

Die Berichte sind durchwegs positiv und besonders erwähnt werden muss: Die kleine aber feine Auswahl der Menükarte und der herausragende Kaffee. Da ich Benjamin Pragers Fähigkeiten aus dem alten Bear Brothers & Cow kenne und den Kaffee geliebt habe, zieht es mich wahrscheinlich vor allem für den Kaffee dorthin. Die Drinks sehen aber auch ganz lecker aus.

 

Old Crow Bar

 
Ich mag solche kleinen versteckten Juwelen, die man nicht gleich auf den ersten Blick findet, sondern bei denen man beim Betreten dieses einmalige Gefühl erhält, gerade einen Schatz entdeckt zu haben. So ergeht es einem bei der Old Crow Bar. Schachtbrettartiger Boden, Oldschool Flair und einfach eine riesige Auswahl an alkoholischen Flaschen. So soll es sein, schliesslich befinden wir uns in einer Bar. Wenn man dann noch einen erstklassigen Drink vor die Nase gestellt bekommt, kann man nur noch geniessen.
 

Hiltl Sihlpost

Das dritte Hiltl bei der Sihlpost ist eröffnet. Während das zweite auf der Dachterrasse bei PKZ Woman (Hiltl Dachterrasse) letzten Sommer eröffnet hat und das vierte Hiltl (an der Langstrasse) bereits in Planung ist, konnte ich mich bisher noch nicht zu einem Besuch im neuen Hiltl in der Europaallee durchringen.

 

Irgendwie kennt man das ja alles schon, schliesslich liegt das Angebot und die Art und Weise vom tibits nah und das ist mittlerweile an vielen Orten zu finden. Nicht so das Hiltl selbst: Da das Ursprungslokal, trotz diversen Umbauten, langsam aus allen Nähten platzt, ist die Neueröffnung mit Nähe zum Bahnhof ein logischer nächster Schritt. Was ist anders am neuen Ort? Die Thematik zum Standort (SBB und Post) wurde in die Architektur integriert, sei das mit der Anzeigetafel oder den Schliessfächern. Eine gelungene Abwechslung zum bereits tollen Angebot und tatsächlich einen Besuch wert.

 

Wenn du jetzt denkst, ja schon nett und hipster-artig neu, aber ich hätte lieber etwas Altbewährtes? Das Nestor, die Alpenrose, das Morgenstern und zu guter letzt das Ristorante da Angela werden bei uns, aber vor allem bei meinen Gastrokennern als Lieblinge gehandelt. Jetzt heisst es: Das grosse Portemonnaie zücken und tolle Abende geniessen!

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