Nur etwas

mehr Geduld
Hey Eve

Du kennst mich: Geduld? Schwierig. Lieber: Jetzt. Sofort. Warten? Ach Mensch…
Deswegen nehme ich mir für 2015 folgenden Vorsatz: Etwas mehr Geduld.

Obwohl Vorsätze meist sowieso für die Tonne sind, finde ich, dass es wirklich viel einfacher für mein Umfeld und mich wäre, wenn ich etwas geduldiger werden würde. Oder sagen wir es deutlicher, man macht sich als ungeduldige Person, *räusper* Zürcherin, selten beliebt. Eine Besserung muss also her. Und so habe ich mir notiert, in welchen Alltagssituationen ich jeweils innerlich koche:

  • An alle, die am Ende einer Rolltreppe stehen bleiben, während in den nächsten 30 Sekunden mein Zug losfährt: Herzlichen Glückwunsch ihr rückt auf meiner persönlichen Hassliste zehn Felder vor.
  • An alle Kassierer und Kassiererinnen, die mir nach langem Warten genüsslich das Schild «Kasse geschlossen» auf das Band legen: Ja, das ist mein «Stirb-langsam-Blick»!
  • An die netten Zürcher Tramfahrer (es gibt Ausnahmen!), die mich die ganzen 100m Bolt-mässig zurücklegen lassen, nur um dann, sobald meine Finger den Türknopf berühren, loszufahren: Merci gäll!
  • An alle Personen vor mir beim Take Away: Entscheidet euch doch bitte während den 10 Minuten Wartezeit in der Schlange und nicht erst dann, wenn ihr an der Reihe seid.
  • An alle die ein Zugabteil mit mir teilen möchten: Ich brauche keinen Extra-Platz für mein Gepäck. Nein. Ich brauche auch keine drei leeren Sitze um mich. Aber bitte, wenn ihr mit mehr Gepäck als Personen, dem halben Basteltisch und eurem Proviant bei mir aufschlagt: Lasst mir bitte noch genügend Platz zum Fliehen…
  • Ach ja, apropos öffentliche Verkehrsmittel: Von Frau zu Frau. Nein es ist keine glorreiche Idee, wenn ihr euch die Nägel direkt im Abteil neben mir lackiert. Es stinkt und raubt uns allen den letzten Geruchssinn.
  • An alle Picknicktouristen: Toll ihr habt etwas zu Essen! Aber müsst ihr gleich alle Einzelheiten aus dem Picknickkorb im Zugabteil ausbreiten? Oder an den Herrn im Anzug: Glaub mir dein Joghurt ist leer, du kratzt lediglich noch am Plastik und an meinen Nerven!
  • An alle Jugendliche: Habt Erbarmen mit mir! Ich habe meine Headphones vergessen und muss mir seit geschlagenen 30 Minuten euer Drama anhören. Auf leerem Magen und ohne Kaffee.
  • An alle Roni Rennvelos da draussen: Bitte verschont mich. Ja das meine ich ganz haptisch.

So, weil jetzt alles raus ist, sammle ich in meinem Gefäss mehr Geduld für 2015.

Gruss zu dir nach Bern, Fab
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4 Comments

  • Hahaha, ja 9 von 9 stimmen auch bei meiner Hass-Ungeduld-Liste überein. Wie wahr und wie sehr ich mitfühlen kann… aber nein, daran will ich nichts ändern. Sollen doch die anderen etwas sozialer und anständiger werden… die lieben Zürcher. Gruss, die Zürcherin ohne Vorsätze.

    • Liebe Jrene, vielen Dank für deinen Beitrag. Seien wir ehrlich, diese aufgezählten Punkte sind Situationen aus dem Alltag, sogenannte „1st world problems“, die in gestressten Zeiten das dünne Nervenkostüm stärker belasten als mir lieb ist. Indem ich das schriftlich festgehalten habe, werde ich in der nächsten Situation daran denken und kopfschüttelnd über mich selbst lachen. Meiner Meinung nach braucht es manchmal eine etwas zynische Darstellung der verschiedenen Verhaltensweisen – auch der eigenen. Liebe Grüsse Fab

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