Fifty Shades of Grey. Hihi Sex, hihi.

Fifty Shades of Grey

Heiliger Bimbam, wo fange ich bloss an? Vielleicht mit dem Ende. Denn das war eines mit Schrecken. Ich zu Fab: «Was das endet jetzt so? Wirklich?» Fab: «Ja, es kommen noch Teil 2 und 3». Für mich war das eher «not so filthy 125 minutes». Und ja liebe Dakota Johnson, das Sequel kannst du dir echt sparen.

Mit der Hauptdarstellerin möchte ich nun auch die folgende Abhandlung beginnen: Dakota Johnson, Tochter der Schauspieler Don Johnson und Melanie Griffith, 25 Jahre alt. Bekannt war sie mir bereits vor dem Kassenknüller, und zwar aus der unbekannten und leider gefloppten Serie «Ben and Kate». Darin fand ich sie grossartig. Wundervoll erfrischend und witzig. Als ich kurz nach Absetzen der Serie erfuhr, dass sie sich für die «Rolle ihres Lebens» (Häschtäg #not) hergeben würde, war ich schon leicht enttäuscht. Der Hauptdarsteller: Jamie Dornan, irisch-britischer Schauspieler, Fotomodell und Musiker, 32 Jahre alt. Mir gänzlich unbekannt. Bis ich nachrecherchiert habe, anscheinend kenne ich ihn aus dem Sofia Coppola Film «Marie Antoinette». Aha. Ja zugegeben, der Junge sieht ganz nett aus.

Zumindest optisch erwartet mich also im Kino nicht gerade das Grauen.

Ben and Kate
Ben and Kate – Quelle: Fanpop
Jamie Dornian
Marie Antoinette – Quelle: Pixgood

 

Eines vorab: Ich habe das Buch nie gelesen. Solche Hypes törnen mich ab. Da kommt die Rebellin in mir hoch. Den Scheiss muss ICH jetzt nicht auch noch mitmachen. Aber ich gebe es offen und ehrlich zu, ich wurde schwach, denn zumindest heruntergeladen hab ich mir das E-Book und ja, ich habe es überflogen und in der Hälfte gänzlich aufgegeben. Daher ist es auch nachvollziehbar, dass ich ohne hohe Erwartungen an den Film herangegangen bin.

 

50 Shades of Movies

Unser Kinobesuch war dann auch schon von Anfang an, nun wie soll ich sagen, „speziell“. Schliesslich war am Samstag Valentinstag, umso mehr erstaunte es mich, wie viele Männer sich im Kinosaal befanden. «Hm, die kommen ja eh nur den Sexszenen wegen», so dachte ich mir. Des Weiteren sah ich fast nur junge Mädchen im Publikum sitzen. «Hihi, Sex im Kino. Hihi».

Du kannst es dir folgendermassen vorstellen: Als die Kinotrailer gezeigt wurden und dabei «Magic Mike XXL» lief, wurde im Saal geklatscht, gekichert und gepfiffen, was das Zeug hielt. Fab und ich sahen uns ungläubig an.

Wo sind wir hier denn gelandet bitte, hihi?

Falls du bis jetzt nur Bahnhof verstehst, hier der Trailer zu «Fifty Shades of Grey»:

Gelandet sind wir im falschen Film, denn das ist doch «Twilight»: Christian Grey ist der mysteriöse, unnahbare Junge – sie, Anastasia Steele, das vorwitzige Naivchen mit Verständnis für seinen Fetisch? Also Twilight für Erwachsene versteht sich (apropos, wie einfallsreich: Steele und Grey…).

Ach nein, doch eher «Lolita»: Anastasia Steele weiss ihre blauen Kulleraugen perfekt in Szene zu setzen. Sie ist noch Jungfrau. Und sie braucht Stifte nicht zum Schreiben, sondern um sich damit lasziv am Mundwinkel in Szene zu setzen. Alles klar, oder?

War es doch «Die Schöne und das Biest»? Das ewige Spiel von «Ich will dich – geh weg» bringt Anastasia im einzig witzigen Dialog dem Publikum näher, als sie ihn betrunken aus der Bar anruft. Er treibt das Spiel gegen Ende auf die Spitze, als sich herauskristallisiert, dass er ein gebranntes Kind mit schwieriger Vergangenheit und voller Narben ist. Armer Christian!

Ach so jetzt verstehe ich, «Pretty Woman»! Es geht ja doch nur um Sex, denn von Liebe versteht er ja nichts. Und das Mädchen verliebt sich ja doch wieder. Zudem wird sie reich beschenkt, allerdings ist für sie Bares nicht Wahres. Schliesslich sehnt sie sich nach der wahren Liebe.

Oh Gott, nein, wir sind doch nicht etwa in «American Psycho» gelandet? Er reisst jedes Kondom animalisch mit dem Zähnen auf, wie ein tollwütiger Hund (da hat jemand nicht aufgepasst im Aufklärungsunterricht). Holt jetzt die Gerte hervor. Nun zumindest wirds jetzt amüsant. Ach nö doch nicht, er fingert da etwas rum, streicht ihr mit der Pfauenfeder über den Körper. Das ist also BDSM. Gähn.

«Ben Hur»? Nein, das… ist das jetzt wirklich Kirchenchorgesang, der ertönt, während er sie in Slow Motion auspeitscht? WIRKLICH? Verdammt, warum habe ich den Alkohol vergessen mitzunehmen! Jesus!

Oder ist es «Bens Hure»? Der absolut beste Titel eines Pornos, den ich kenne? Wohl kaum, denn im perfekt inszenierten und choreografierten Sexfilmchen, sehen wir keine Genitalien. Keinen Piepmatz und keine, du weisst schon, hihi. Nur Dakotas Brüste. Oder besser gesagt, die ihrer Doubles. Denn tatsächlich sehen die in jeder Szene anders aus.

Zuletzt glaubte ich «Peter Pan» wieder zu erkennen: Der arme Waisenjunge Christian, der einfach nicht erwachsen, respektive sesshaft werden möchte. Oder doch eher das «Dschungelbuch» und ich soll es jetzt mit Gemütlichkeit versuchen oder wie? Nein, der Film macht mich fertig.

Da finde ich sogar «Showgirls» um einiges erotischer und «Secretary» dem Thema BDSM deutlich näher.

Secretary
The Secretary – Quelle: graveandmostglorious.com

 

Das ist wohl auch die traurige Bilanz danach: So habe ich mich gefragt, ob jetzt alle Mädchen nach Hause gehen und ihren Schatzi um eine Tracht Prügel bitten?! Dazu übrigens der Verweis auf diesen treffenden und lesenswerten Artikel hier. Oder denken jetzt alle, dass zu BDSM zwangsläufig ein Vertrag, Pfauenfedern, Satinbettwäsche und ein eigenes Zimmer in einem Penthouse, Laptop und Auto dazugehören? Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was mir mehr Angst bereitet.

Fazit

Nein, du musst dir den Film nicht anschauen. Aber hey, du wirst es wohl trotzdem machen. Die Neugier überwiegt ja doch und daran ist nichts auszusetzen. Erwartest du ein Happy End, kann ich dich beruhigen. Es ist eines auf den zweiten Blick. Und zwar nach 125 Minuten, wenn du aus dem Kino nach Hause schlenderst und trotzdem nicht viel mehr über BDSM weisst, als vorher. Keine Angst, du bekommst ja vielleicht noch eine zweite oder dritte Chance.

Laters!

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