Eine Hommage an Ryan Gosling

Ryan Gosling
Quelle: deviantart.com

Er taucht nicht so oft in der Klatschpresse auf, noch macht er aktiv aufmerksam auf sich. Auch zählt er noch nicht zu den gefeiertsten Schauspielern Hollywoods. Seine maximal vier vorhandenen Gesichtsmimiken sind eines seiner unverkennbaren Merkmale, welche Ryan Gosling einfach zu Ryan Gosling machen, auch wenn er in völlig andere Rollen hineinschlüpft.

Dennoch, oder gerade deswegen, ist der 34-jährige, meist schüchtern rüberkommende Kanadier, bereits eine kleine Ikone. Für den grössten Teil der Frauenwelt wird er spätestens seit seinem Auftritt in «The Notebook», als eingerahmtes Foto Platz auf dem Nachttisch gefunden haben. Ich persönlich widme mich seit dem Film «Drive» der Aufgabe, jeder Arbeit von Ryan Gosling Beachtung zu schenken. Nicht nur, um herauszufinden, ob sich die schauspielerische Leistung seines Gesichtes im Laufe der Jahre weiterentwickeln wird oder nicht. Der Mann ist im Besitz eines Restaurants und spielt in einer Band. Oder schlichter gesagt: Ich bin ein Fan und dies ist meine Hommage an Ryan Gosling.

Die perfekte Umschreibung für Gosling liefert mir Fiona-Weber Steinhaus vom Neon Magazin, die erklärt, warum man sich in ihn zu verlieben scheint. Da ist dieser eine treffende Satz:

Die traurigen Augen, die an ein verwundetes Reh erinnern, das man von der Autobahn retten muss.

Obwohl dieser Mann zumindest in «Drive», «Only God Forgives» und «The Place Beyond The Pines» immer wieder die Rolle das kraftvollen Aussenseiters einnimmt, kann ihm das niemals jemand wirklich abkaufen. Er ist und bleibt eben immer das «Reh mit den traurigen Augen». Und das ist auch gut so.

 

Der Melancholist unter Narzissten

Die halbe Welt, versucht sich im Internet Gehör zu verschaffen. Für Hollywood Stars ist das kein Problem. Wer die Mittel nicht nutzt, scheint nicht zu existieren. Wer ein ruhigeres Leben führen möchte, hat es in L.A. nicht einfach, schliesslich lauert an jeder Ecke ein Paparazzi. Nicht umsonst sagen auch andere bekannte Gesichter wie Josh Hartnett der Stadt Lebewohl und setzen sich ins Ausland ab.

Was mich gerade an Gosling so begeistert, ist seine Kunst ein zurückhaltendes Leben zu führen. Unter all den Narzissten fällt er als der melancholische Aussenseiter, den er auch in Filmen gelegentlich verkörpert, gerade deswegen auf. Dass bei ihm als Kind ADHS diagnostiziert wird, würde keiner Menschenseele einfallen.

Nur in wenigen Momenten fällt er aus dieser zurückhaltenden Rolle heraus. Ryan McHenry startete im April 2013 eine Video-Reihe auf Vine mit dem Namen «Ryan Gosling Won’t Eat His Cereal», in denen er Filmausschnitte aus den so “emotionalen” Szenen von Gosling entsprechend manipulierte und daraus ein Internet-Meme der Superlative schuf.

McHenry erlag am 3. Mai nach 20 Wochen Chemotherapie seinem Krebsleiden. Einen Tag und unzählige McHenry Tribute aus der ganzen Welt später, eingeschlossen einem Tweet vom Dienst Vine selber, eröffnete Ryan Gosling einen Vine Account und erwies seinem Fan die letzte Ehre.

Ryan Gosling kommt mit wenig Klatschpresse aus und das funktioniert für ihn gut so. Sein Image als unangefochtener Softie der weiblichen Herzen bleibt bestehen. Selbst die Geburt seiner mit Eva Mendes gezeugten Tochter wird das nicht ändern können. Neben seiner neuen Rolle als Vater ist er auch als Regisseur tätig. Mit «Lost River» bringt er seinen ersten selber produzierten Kinofilm auf die Leinwand. Seine schauspielerisch, melancholische Art aus «Drive» und «Blue Valentine» scheint hier Platz gefunden zu haben.

Was vermutlich weniger Leute wissen: Ryan Gosling spielt ein Instrument und ist Mitglied einer Band, so wie auch ein paar andere bekannte Hollywood Stars. Zusammen mit Zach Shields bildet er die «Dead Man’s Bones».

Ausserdem ist er Besitzer des Tagine Restaurants in Beverly Hills.

Und wären da nicht diese Kleinigkeiten, welche die Fan Community zum goslingschen Kult beitragen würden, hätten wir kein inoffizielles Malbuch für Ryan Gosling und auch kein Buch für die feministische Gemeinde.

Ich mag Ryan Gosling.

Weil er irgendwie auf dem Boden geblieben ist und das tut, was er eben gerne tut. Wir sollten alle ein wenig mehr wie Ryan Gosling sein und nach weniger Aufmerksamkeit verlangen. Behalten wir die Urlaubsfotos doch ein einziges Mal für uns, bis die Reise beendet ist und lass uns den Teller Pasta einfach essen, ohne diesen fotografisch festhalten zu müssen. Unser Leben ist deswegen nicht schlechter. Seien wir einfach mehr Gosling: cool.

In diesem Sinne: Was würde Ryan Gosling tun? Bestimmt nie im Leben einen Blogbeitrag schreiben.
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