Japan Part 2: Kyoto

Kinkaku-ji

Die Reise geht weiter! Vor ein paar Wochen habe ich ja schon über die Japan Reisevorbereitung sowie unseren Zwischenstopp in Dubai berichtet, nun führe ich dich auf unserer Reise nach Kyoto. Vorab wurde uns von vielen Japankennern Kyoto als DIE Stadt in Japan ans Herz gelegt. «Haltet euch nicht zu lange in Tokio auf, Kyoto ist viel spannender». Nun, dazu muss ich sagen: Das wäre als, ob ich Fisch mit Vogel vergleichen müsste. Für uns persönlich war Tokio unser Highlight, allerdings möchte ich es nicht verpasst haben Kyoto besucht zu haben. Denn wir haben eine echt spannende und entspannte Zeit dort verbracht. Ein «Must Do» auf jeder Japanreise!

Mit 17 Unesco-Welterbestätten, 1600 buddhistischen Tempeln und 400 Shinto-Schreinen ist Kyoto eine der kulturell reichsten Städte der Welt.

In Kyoto wollten wir also «das echte Japan» kennenlernen, dazu gehörten für uns zwei Kontrastprogramme dazu: Eine Nacht im Kapselhotel und eine in einem traditionellen japanischen Gästehaus, «Ryokan» genannt.

9hours in Kyoto

Das 9hours Kapselhotel hatten wir schon vorab über booking.com gebucht. Läppische CHF 22.- sollte uns die Nacht kosten, skeptisch wird man dabei schon aber wir wollten das Erlebnis nicht verpasst haben. Und wir wurden nicht enttäuscht, im Gegenteil, wir wurden darüber hinaus positiv überrascht! Am Eingang erhielten wir je ein kleines Schliessfach für unsere Schuhe. In Japan gilt es nämlich als unhöflich, mit den Schuhen ins Haus zu treten. Das Kapselhotel ist nach Stockwerken für Mann und Frau getrennt, die Männer können mit ihrem Lift nicht einmal auf das Stockwerk der Frauen gelangen, das beruhigt dahingehend, dass doch einige angetrunkene Männer oftmals in solchen Kapselhotels schlafen und man weiss ja nie, wer einem da so begegnet.

Die grossen Koffer konnten wir in der Lobby lassen, ohne Angst davor zu haben, dass diese gestohlen werden würden. Das muss man übrigens in ganz Japan nie befürchten. Angelangt auf meinem Stockwerk, fand ich sogleich meine Kabine für die Nacht. Die Signaletik muss ich an dieser Stelle besonders rühmen, das haben die Japaner echt drauf. Mein Schlafplatz hatte alles, was ich benötigte: eine gute Matratze, Kopfkissen, Decke, Stromanschluss, Wecker, Licht und Luftzufuhr. Keine Sorge, die Kabine ist echt gross genug, damit man sich drehen kann und gegen oben reicht der Platz auch aus. Ungewohnt war es auf alle Fälle und eingeschlafen bin ich nicht sofort, da musste ich mich zuerst daran gewöhnen. Die Kabine lässt sich mit einem Stoff-Rolladen verdunkeln. Das bedeutet aber auch, dass man seine Nachbarinnen gut hören kann und die Nacht eher kurz geriet, da einige Wecker um 6 Uhr gestellt wurden.

Besonders toll fand ich auf dem zweiten Stockwerk das Gemeinschaftsbad. Dort befand sich auch das grössere Schliessfach für Wertsachen und Kulturbeutel. Obwohl man diesen gar nicht braucht, denn für die sagenhaften CHF 22.- findest du im Schliessfach alles, was du für die Nacht brauchst: Nachthemd, Badetuch, Shampoo, Rasierer, Zahnbürste, Hausschlappen und Föhn. Die Duschkabinen sowie Toiletten waren super sauber und boten reichlich Platz.

Einen Besuch in diesem Kapselhotel kann ich dir also sehr empfehlen!

 

Ryokan Gion Hatanaka

Die zweite Nacht verbrachten wir in der teuersten Unterkunft der ganzen Reise. Wir wählten dieses Kontrastprogramm zum günstigen Kapselhotel, da wir auch diese Erfahrung nicht verpassen wollten. Die traditionellen japanischen Gästehäuser hatten wir uns idyllisch vorgestellt, eine kleine Oase, um Kräfte für die weitere Reise zu sammeln und auch hier wurden wir nicht enttäuscht!

Ein gehobenes Ryokan ist der Gipfel der Entspannung.

Auch diese Unterkunft haben wir zuvor über booking.com gebucht. Das 5-Sterne Tawaraya war uns dann doch etwas zu teuer, deshalb entschieden wir uns für das Gion Hatanaka, welches sehr zentral im Stadtteil Gion, dem Geisha-Viertel, liegt. Traditionelle Ryokan Zimmer sind ausgestattet mit sogenannten Tatamimatten, also weichen Strohmatten. Es gibt keine Betten, lediglich Futon-Matten werden ausgebreitet. In dieser Unterkunft erhielten wir ganz besondere Nachthemden, sogenannte «Yukatas», welche sich leicht am Körper anschmiegen und den Kimonos sehr ähnlich sind. Ein weiteres Highlight war das «Onsen» Bad, also das Gemeinschaftsbad, welches ebenfalls für Männer und Frauen getrennt gehalten wird. Ein Onsenbad ist eine Art Wellnesstempel bzw. eine heisse Quelle oder einfach ein heisses Bad. Obwohl wir auch auf unserem Zimmer ein eigenes Bad hatten, wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen in einem Onsen zu baden. Vorab hatten wir uns gründlich über die Knigge in einem Onsen informiert und da gibt es so einiges zu beachten:

  • Tattoos mit hautfarbenem Tape verdecken! Die Japaner verbinden Tattoos mit der japanischen Mafia, der Yakuza, daher sind Gäste mit Tattoos nicht gern gesehen.
  • Bevor man nackt das Bad betritt, muss man sich gründlich reinigen. Das heisst: auf den Hocker sitzen und dann erstmal 10-15 Minuten gründlich schrubben, einseifen und sich waschen. Am besten mehrmals!
  • Handtuch: Ist erlaubt, damit man sich den Schweiss wegwischen kann im Bad. Aber Achtung: Das Tuch sollte auf keinen Fall mit dem Wasser der heissen Quelle in Berührung kommen.
  • Nach dem Bad, welches so 15-20 Minuten dauert, sollte man sich nochmals abduschen und im Umkleideraum abtrocknen und wieder anziehen.

Geschlafen haben wir übrigens wie Babys auf den Futon-Matratzen am Boden. Es war wohl die erholsamste Nacht und muss unbedingt wiederholt werden, wenn ich wieder in Kyoto übernachten würde. Das i-Tüpfelchen war dann das Frühstück auf unserem Zimmer. Typisch japanisch mit Fisch und anderen glibberigen Speisen.

 

In Kyoto sind aber nicht nur die Unterkünfte besonders, die Stadt muss man einfach erkunden. Am besten geht das mit einem Leihfahrrad. Möchtest du Schreine und Tempel besichtigen, kannst du nichts falsch machen, alle sind wunderschön und einen Besuch wert. Besonders erwähnen möchte ich ein kleines Kaffee, welches sich gegenüber vom Kapselhotel 9hours befindet. Der ältere Herr macht den ganzen Tag lang nichts anderes als köstlichen Kaffee. Nun denn, genug der Worte, ich lasse die vielen Bilder Bände sprechen…

Bis zum nächsten Stopp in: Naoshima. Konichiwa!

 

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