Katerfrühstück: der Morgen danach

Kater
Bild: Erik-Jan Leusink | unsplash.com

Vielleicht ist es dir ja heute Morgen so ergangen: der Kopf ist schwer, alles dreht sich irgendwie immer noch und man hat nur noch einen Gedanken «Warum? Nie wieder!». Den Morgen danach kennen wir wohl alle, zu tief ins Glas geschaut. Kann aber manchmal auch schnell passieren. Meistens dann, wenn man es nicht erwartet hätte. Zumindest geht das mir so. Denn eigentlich bin ich ein kleiner Kontrollfreak. Deswegen konnte ich wohl auch nie warm werden mit harten Drogen: nie ausprobiert, weil ich Herrin meiner Sinne bleiben möchte. Nur: Warum bezeichnen wir Alkohol als «weiche» Droge? Ist sie das wirklich?

Erst gerade vor Kurzem hatte ich zu viel intus, ohne es gross bemerkt zu haben. Gute Gespräche mit tollen Menschen, leichte Häppchen und ein Glas Wein nach dem anderen. Ein geselliger Abend. Bis ich um 5.30 Uhr aufgewacht bin und realisieren musste, dass ich mich an den Nachhauseweg nur noch wage erinnern kann. Wie ich allerdings bemerken konnte, war ich noch bei Sinnen, schliesslich hatte ich Pyjama an, Zähne geputzt und mich abgeschminkt. Immerhin. Doch nur noch verschwommene Bilder davon in Erinnerung zu haben, das flösste mir doch etwas Angst ein. Der Tag danach war hart. Denn ich bin klar der Meinung, wer feiern kann, kann auch arbeiten am nächsten Tag. Also blieb ich tapfer, tief versunken am Schreibtisch vor meinem Computer und kämpfte gegen das innere Karussell an. Oder wie Johnny Cash sagen würde:

And stumbled down the stairs to meet the day

Man unterschätzt den lieben Alkohol. Je nach physischem Befinden kann ein Glas schon seine Wirkung zeigen. Und dann gibt es Abende, da kann ich locker einiges wegtrinken, ohne das Kopfweh am nächsten Tag zu verspüren. Doch eines kann ich mit Sicherheit sagen: Mit zwanzig Lenzen dauerte ein Kater nur ein paar Stunden. Heute, elf Jahre später, benötige ich mindestens 48 Stunden, um mich wieder einigermassen fit zu fühlen.

5 Tipps gegen den Kater

Jeder hat ja so seine Tipps und Tricks gegen den Kater. Genau so, wie Alkohol individuell wirkt, sind wohl auch die Massnahmen am nächsten Morgen für jeden anders wirksam.

  1. Vor dem Zubettgehen mindestens 3 Gläser Wasser trinken: Mein Freund schwört darauf und wirft auch gleich noch ein Aspégic ein. Seither habe er keinen Kater mehr. Ich schlafe meistens ein, bevor ich nur ans Wassertrinken denken kann. Wenn ich es aber schaffe, wirkt es tatsächlich. Macht auch Sinn, schliesslich beugt es der Dehydrierung vor und hilft dem Körper den Alkohol abzubauen.
  2. Während dem Alkoholtrinken Wasser zu sich nehmen (und fettreich essen): Auch hier hilft das Gute aus der Leitung. Durch die Zufuhr von Wasser, während dem Konsum von Alkohol, sorgt man dafür, dass der Körper nicht entwässert wird und das Blut dünnflüssig bleibt. Zudem gilt: fettreiches essen und Süsses vermeiden. Denn Zucker hemmt den Abbau. Lieber zu deftig und salzig greifen.
  3. Qualität vor Quantität: Guter Alkohol zu sich nehmen, keinen Fusel. Wenn ich hier an meine erste «Gummibärli»-Erfahrung mit 14 Jahren denke, wird mir immer noch schlecht. Also Hände weg von billigem Alkohol. Zudem: Nicht allzu stark vermischen. Wenn ich beim Rotwein bleibe und nicht noch zu Schnaps & Co. wechsle, meistere ich das Aufstehen meist viel einfacher.
  4. Fenster auf, Füsse auf den Boden: Frische Luft ins Schlafgemach reinlassen und wenn das Bett zum Karussell wird, dann hilft mir der Tipp meines Papas heute immer noch: Boden spüren. Eine etwas schrullige Art zu schlafen, aber solange ich den Boden unter den Füssen spüre, stoppt das Karussell und ich schlafe wie ein Baby.
  5. Lauwarm duschen: Ganz wichtig, schliesslich muss der Kreislauf in Schwung gehalten werden. Also nicht zu heiss aber auch nicht zu kalt duschen.

Katerfrühstück in Bern

Die Versuchung ist gross den ganzen Tag bei «Hangover» im Bett zu verbringen. Allerdings sollte man sich gerade dann aufraffen und an die frische Luft gehen. Bewegung ist angesagt und ein Katerfrühstück mit viel Eiweiss und gesunden Fetten förderlich, um sich einigermassen wieder normal zu fühlen. Viele tolle Brunch-Tipps findest du bei den Bärner Meitschi. Hier meine persönlichen Favoriten:

Wartsaal, Lorraine

Samstag und Sonntag durchgehend bis mindestens 16 Uhr findest du hier ein tolles Frühstücksangebot. Das Katerzmorge für CHF 19.50 beinhaltet Spiegel- od. Rührei, Speck, Brot, Butter, Gonfi, Orangensaft und ein Heissgetränk. Tipp: Frage nach dem gemischten Sandwich mit Trockenfleisch und Käse. Eine tolle Alternative!

Du Nord, Lorraine

Seit Ende Januar kann man samstags und sonntags von 10.30 bis 17.00 Uhr wieder brunchen im Du Nord. Ich mag mich noch erinnern, dass ich als Kind ein paar Mal mit meinen Eltern den Jazzbrunch besucht habe. Umso mehr freut es mich, lässt die neue Generation im Du Nord dies im Kleinen wieder aufleben. Das Angebot ist vielfältig: Shakshuka, Granola und sogar eine tolle vegane Variante warten nur darauf, entdeckt zu werden. Preislich etwas hoch, aber sehr lecker und man wird allemal satt.

Ô Capitaine, Breitenrain

Ganz ohne Kater war ich heute Mittag zum ersten Mal in der schnieken Bar, die ein ehrwürdiger Nachfolger des Vetter Herzogs ist. Und zu meinem Erstaunen gibt es hier ein sagenhaftes Brunch-Angebot, welches mich richtig überzeugt hat. Von 9.30 bis 17.00 Uhr kannst du es dir für CHF 29.- (exkl. Heissgetränke) richtig schmecken lassen. Pastasalat, verschiedene Wurst- und Käsewaren, frische Züpfe, Gipfeli, Antipasti, Tapenaden, Marmeladen und vieles mehr warten darauf entdeckt zu werden. Wenn du es süss magst, dann empfehle ich dir das leckere Porridge oder ein Stück Apfelkuchen – eine Wucht!

Burgunder Bar, Zentrum

Jeden Sonntag (September bis Mai) kannst du im Burgunder von 11.00 bis 14.00 Uhr ein «Buurezmorgä» geniessen. Für CHF 25.- lässt du dir regionale Spezialitäten von Bauernhöfen aus der Umgebung schmecken. Das Angebot ist abwechslungsreich für den Preis unschlagbar. Besonders bei «Hudelwetter» eine gemütliche Location.

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