Me, myself and I

Sich allein unterhalten
Liebste Eve

Die warmen Temperaturen locken Heerscharen ins Freie: Man sieht Gruppen, so weit das Auge reicht, beim Feierabend-Bier oder in vergnügter Runde. So schön und gesellig diese Treffen jeweils sind, hast du dich nicht auch schon einmal gefragt:

Kann ich mich allein nicht auch vergnügen? Also so wirklich im Beyoncé-Stil von: Me, myself and I.

Beispielsweise allein ins Kino oder allein ins Restaurant? Habe ich beides schon gemacht und habe dabei nicht einmal mitleidige Blicke erhalten. Während im Kino das Versinken im Dunkeln hinter einem grossen Popcorn-Sack relativ einfach ist, ist man im Restaurant hingegen den Blicken völlig ausgestellt, so dachte ich zumindest. Meine anfänglichen Bedenken, dass ich von allen Seiten angestarrt werde, haben sich aber als unbegründet herausgestellt. Ich muss auf der anderen Seite auch zugeben, dass ich erst ein Lunch-Date mit mir alleine verbracht habe, beim Nachtessen oder Mehrgänger stelle ich mir das dann doch etwas anders vor. Ich habe mich wirklich redlich bemüht das Telefon in der Tasche zu lassen, und lediglich mein kleines Notizbüchlein offen vor mir zu haben. Ich war dann auch die ganze Zeit mit «Leute beobachten» beschäftigt – etwas das man in Gesellschaft ja grundsätzlich ausblendet.

Ich frage mich also: Warum sieht man nicht mehr Menschen alleine etwas unternehmen? Warum verkriechen wir uns in den eigenen vier Wänden, wenn man keinen Gesprächspartner findet und sich nur mit sich selbst unterhalten könnte?

Fehlt uns der Mut? Das Selbstbewusstsein? Sind wir gar zu feige?

Oder langweile ich mich ohne Musik, ohne Telefon, ohne Lesematerial und ohne Fernsehen so stark mit mir selbst?

Also habe ich mir drei Punkte notiert, welche ich zukünftig (einen kann ich sogar schon abhaken) einmal alleine ausprobieren will. Et voilà:

  • Ikea-Möbel allein zusammenbauen: Fluchen, Nervenzusammenbruch und fehlende Schrauben inklusive. Check.
  • Konzertbesuch: Lieblingsband vor Ort aber niemand teilt meinen Geschmack? Dann fahre ich einfach alleine ans Konzert und geniesse die Musik und ein Bier ganz für mich alleine.
  • Verlängertes Wochenende in einer Stadt meiner Wahl: Ansehen, was ich will, essen, was ich will und grundsätzlich einfach alles selber bestimmen. Aber auch selber finden, selber nachfragen und alleine umherirren …

Und was meinst du, liebe Eve? Ich finde ab und an eine ruhigere Auszeit mit mir selbst, ist gar nicht schlecht und sollte ich mir in stressigen Zeiten öfters auch öffentlich (zu)trauen!

Liebe Grüsse nach Bern, Fab
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2 Comments

  • Ich persönlich finde allein sein total klasse. Im Februar bin ich alleine nach Thailand gereist und habe damit ein paar Menschen erstaunt, was mich wiederum total erstaunt hat.
    Du „brauchst“ nur dir selber gerecht werden. Machst, sitzt, isst und tust so wie du es magst- ohne Absprache, Kompromisse oder langer Entscheidungsfindung.
    Grundvoraussetzung ist jedoch dafür, das man mit sich selber in Ease ist.
    Andere lenken einen prima von sich selber ab…. bissi lästern, Gossip oder Probleme des anderen wälzen…herrlich. Da muss man nicht in sich reingucken.
    Gut, es gibt Menschen mit denen geht zusammensein wie geölt….. da kann man reflektieren, findet schnell Entscheidungen und kann sich gegenseitig in Ruhe lassen.
    Doch wieder mal den Fokus nur auf sich legen ist doch essentiell, oder nicht? In sich gehen, mit sich auseinandersetzen, um dann wieder rauszugehen.
    Ich hab da so´n Buch zu Hause….richtig gelesen hab ich es nicht 😉 Liebe, Freiheit, Alleinsein – vom Osho…..da gibts bestimmt n paar nice Inputs.

    Mittlerweile bin ich froh, muss ich die Scheiss Ikea Möbel nicht mehr alleine zusammenbauen muss….Glas Wein, was zu gackern und gemeinsam fluchen.

    Prost auf auf die Auszeit mit sich selber. **

    • Liebe Nadine, deine Antwort freut mich sehr. Dein Hinweis mit dem Fokus finde ich wirklich extrem wichtig und kann ich nur unterstützen. Und dein Buchtipp werde ich sicherlich suchen und weiterverfolgen. Bezüglich Ikea-Möbel: Ich habe zum Glück auch super Leute, die mir bei Sofa, Schrank und Bett geholfen haben, bei allen kleineren Sachen, bin ich aber doch etwas stolz es alleine geschafft zu haben – und zwar jedes Mal wenn ich daran vorbeilaufe. Liebe Grüsse Fab

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