Money Talk

Jeremy Paige Dollar Noten.
Jeremy Paige unsplash.com

Was ist dir Geld wert? Schon mal darüber nachgedacht? In letzter Zeit stelle ich mir diese Frage häufiger, schliesslich habe ich damit nicht nur beruflich zu tun, sondern tagtäglich auch als Privatperson. Schauen wir es uns mal genauer an: Bereits kurz nach dem Verlassen meiner Wohnung gebe ich schon zum ersten Mal mein Geld aus: Ich steige in den Bus und muss einen gültigen Fahrschein besitzen oder kaufen. Dann geht es zum Bäcker und ich bezahle meinen Kaffee. Am Mittag kostet mich der Lunch, am Nachmittag oftmals der Heisshunger auf den zweiten Kaffee des Tages. Abends gehts ins Feierabendbier und der Einkauf muss auch noch gemacht werden. So sieht wohl ein durchschnittlicher Tag aus, an dem ich mein Portemonnaie oder mein Smartphone zücke (der aufmerksame Leser bemerkt, dass ich eine TWINT Nutzerin und Mitarbeiterin bin). Das Leben ist eben kein Ponyhof, sondern ein Marktplatz, auf dem halt eben fast alles seinen Preis hat.

Dieser Marktplatz wird von uns allen wohl aber auch mit unterschiedlichen Augen betrachtet. Viele können sich das Leben auf diesem Platz oftmals auch gar nicht leisten. Deswegen sollten wir uns auch mal gewisse Selbstverständlichkeiten vor Augen führen und uns mit den 10 folgenden Fragen auseinandersetzen:

  1. Was gibst du täglich aus? Und wofür?
  2. Ist es dir bewusst, wofür du alles Geld ausgibst?
  3. Gibst du gerne Geld aus?
  4. Gönnst du dir oder gibst du nur für das Nötigste aus? Was ist denn für dich nötig?
  5. Hast du Ende Monat übrig oder lebst du am Limit?
  6. Hast du das Gefühl, du hast genug Geld zum Leben oder zum Überleben?
  7. Wärst du glücklicher, hättest du mehr Geld?
  8. Verändert sich deine Beziehung zum Geld mit deinem Alter?
  9. Sprichst du über Geld oder ist es dir unangenehm? Wenn Letzteres, weshalb ist das so?
  10. Welcher Wert und welchen Stellenwert hat für dich das Geld?

Der Fotograf Paul Ripke erwähnte in seinem Podcast, dass er es seinem Vater nachtut. Er gibt das ganze Geld, welches er innert einem Jahr verdient hat, auch in diesem Jahr aus. Sparen ist dann wohl eher ein Fremdwort für ihn. Seine Begründung kann ich so gut nachvollziehen, wie wohl keine zweite: Morgen könnte alles schon vorbei sein. Also warum zwängen wir uns in ein Korsett mit der Hoffnung auf das «eines Tages»? Mein Vater lebte nach denselben Prinzipien und hinterliess mir mit 23 Jahren keinen Rappen, dafür einen unschätzbaren Wert an wundervollsten Erinnerungen an die Zeiten, die wir gemeinsam verbracht hatten. Und zwar erinnere ich mich kaum an die Tage, die sich glichen, sondern an die Tage, an denen wir etwas erleben durften. Viele tolle Reisen, Kinoabende, gute Restaurants und Gespräche. Viele Dinge, die grosse und teilweise übertriebene und unnötige Ausgaben beinhalteten, aber für ihn die Welt bedeuteten und mich rückblickend glücklich machen, weil ich weiss, dass mein Vater sein Leben ausgekostet hat.

Wo die Sonne scheint, ist auch der Regen nicht weit.

Viele geplagte Momente voller Geldsorgen, auch dies bestimmte das Leben meines Papas. Also ist mein persönliches Fazit:  es braucht eben doch eine gewisse Balance. Also lebe ich nicht genau nach dem «Ripke-to-Success-Prinzip», aber bin auch nicht ein Kind von Traurigkeit. Die Balance besteht aber eben nicht nur daraus für die Regentage ein Polster zu schaffen, sondern sich auch schöne Erinnerungen anzuhäufen, die manchmal etwas mehr kosten, als einem lieb sind, aber ein Leben lang einen grossen Wert haben werden. Aus diesem Grund zögerte ich nicht lange, als mich Fab gefragt hat, ob ich denn für einen Tag nach Modena mitfahren und wir zu fünft ins «Osteria Francescana» essen gehen würden. Massimo Bottura, bekannt aus der Netflix-Serie Chef’s Table und gleich auch meine Lieblingsfolge, ist der kreative uns sympathische Koch und nach den zwölf Gängen, die wir verspeist haben, darf ich sagen: ein Maestro zurecht! Und wer sich jetzt fragt, wie viel mich der Spass gekostet hat: 500 Euro und jeder Cent war es wert.

Once in a lifetime und ein lifetime der besten Erinnerungen mit den Besten Leuten, die man sich für ein solches Abenteuer wünschen darf.

Osteria Francescana Gang

Wie das im Detail ausgesehen hat, hast du entweder auf meinem Instagram-Profil bereits verfolgt oder du erfährst es bald hier auf DITO. Denn ein solches Erlebnis soll dokumentiert werden. A presto!

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2 Comments

  • Recht hast du! Raus mit dem Geld, es kommt auf das Erlebte an. Dennoch muss man an dieser Stelle sagen, dass wir Schweizer sehr privilegiert sind. Denn am Ende des grossen Geldausgebens und Erlebens ist bei uns oft immer noch etwas Geld da für die Regentage. Da können wir uns glücklich schätzen und sollten uns dessen auch bewusst sein.

    • Liebe Ivana

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich sehe das ähnlich, es kommt auf das Erlebte an, denn das sind die Dinge, die wir mitnehmen und an die wir uns erinnern. Und absolut, als Halbkolumbianerin kenne ich auch andere Verhältnisse und nehme das liebe Geld nie als selbstverständlich wahr, da sind wir hier in der Tat sehr privilegiert.

      Liebe Grüsse, Evelyn

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