Mutterrolle

Mutterliebe

Genügt Liebe, um eine gute Mutter zu sein?

Ich habe Freundinnen, die sind wahre Superfrauen. Sie sind da, wenn die Kinder am Morgen zur Schule gehen und warten mit dem Mittagessen, wenn sie nach Hause kommen. In der Zwischenzeit putzen sie die Wohnung, pflanzen ein Blümchen und malen sogar noch den Blumentopf an. Und sie sind vor allem glücklich dabei.

Ich meine das ernst, ich bewundere diese Frauen.

Ich bin die Mutter, die ein weinendes Kind in der Kita zurücklässt – nicht, dass ich das gerne tue! Ich finde die Kita eine grossartige Einrichtung und die Kleine liebt diese herzlichen Frauen und diese lieben sie. Ich bin die Mutter, die auch mal ins Restaurant geht, weil sie gerade keine Lust zum Kochen hat. Und ich bin die, mit den verdorrten Kräutern im Garten.

Aber ich bin auch glücklich mit meiner Art zu leben. Und ich bin überzeugt, dass auch meine Tochter ein sehr glückliches Kind ist. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob es richtig ist, wie ich es mache. Ich weiss aber auch nicht, was richtig wäre und was von mir verlangt wird.

Es ist, als müsste ich eine Rolle spielen, aber niemand hat mir ein Drehbuch gegeben.

Mit 35 Jahren steht man mitten im Leben, hat beruflich etwas erreicht, einen Teil der Welt gesehen und die Annehmlichkeiten eines selbstbestimmten Lebens kennengelernt. So auch bei mir. Und bevor die Hormone an diese Tür klopften, die nur noch einen Spaltbreit offen steht und damit das Thema Kind in den Raum warfen, war das Thema Kind nie ein Thema. Ich wusste nicht, wie man Windeln wechselt, geschweige denn kenne ich Kinderversli (an dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an die Kita, die das für mich übernimmt!).

Und dann ist man plötzlich Mutter. Wer sagt uns aber, wie eine Mutter zu sein hat? Nicht mal die Politik ist sich da ja einig. Zu Hause bei Küche und Kind bleiben? Oder arbeiten gehen und der Tochter ein anderes Rollenbild vorleben? Jeder hat ein bestimmtes Bild, was eine Mutter ist. Und jede Mutter hat euch ein bestimmtes Bild davon, was für eine Mutter sie gerne wäre. Und dann kommt noch der Aspekt der Vereinbarkeit.

Meine Selbstständigkeit zu bewahren war mir immer sehr wichtig, beruflich als auch als eigenständige Person. Ich will arbeiten gehen, weil ich meinen Beruf liebe und ich muss arbeiten gehen, weil es finanziell gesehen einfach notwendig ist. Auch, weil ich in der Stadt wohnen möchte, wo ich meine Selbstständigkeit leben kann, wo die Mietpreise aber deutlich höher sind als auf dem Land. Und wenn ich dann so vor dem Computer sitze, würde ich oft lieber einen Kuchen backen oder die verdorrten Kräuter umtopfen. Und vielleicht würde die Mutter, die gerade das Mittagessen für die Familie vorbereitet, ja in diesem Moment auch gerne im Büro sitzen.

Nochmals: Ich liebe mein Leben, ich liebe meinen Job, ich liebe meine Wohnung in der Stadt und der allergrösste Teil meiner Liebe gehört meiner Tochter. Der Teil, der unendlich ist. Und das macht mich zu einer guten Mutter.

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