Personal Training

Personal Training
Quelle: Jay Mantri

Kayla und ich haben uns getrennt. Stillschweigend habe ich mich davon gemacht, so wie das heutzutage eben zum «guten Ton» gehört. Man meldet sich einfach nicht mehr, ignoriert und verdrängt. Ghosting liegt voll im Trend.

Hier hast du bereits gelesen, dass Kayla, ihre Trainingsmethode und ich gut sechs Wochen enge Vertraute waren.

Bis sie zu fordernd wurde, da habe ich mich stillschweigend durch die Hintertür verabschiedet.

Und da hätten wir wieder das alte Problem mit mir und dem Sport: Wenn es mir zu eintönig wird, wenn ich keinen Siegeswillen entwickeln kann, kein Adrenalin durch meinen Körper pumpt und vor allem wenn ich keine Veränderung spüre – ich spreche hier explizit von «Spüren», denn Resultate «sieht» man nach so kurzer Zeit wirklich nicht – dann ist bei mir das Ende schnell in Sicht. Es sollte dieses Mal mit Kayla leider nicht anders sein.

Ausreden über Ausreden

Einige Monate habe ich im Erfinden allerlei Ausreden unglaubliches Talent entwickelt. Aber dann kam der Augenblick, als ich mir endlich einen Ruck gab und mir vornahm, dass ich das jetzt anpacke, was ich eigentlich schon seit Jahren ausprobieren möchte, aber weder den Mut noch die Finanzen hatte: Ich suche mir einen Personal Trainer.

Leichter gesagt als getan, denn es ist nicht ganz einfach, in den Tiefen des Internets den richtigen Kontakt zu finden. Schliesslich gibt es viele bekannte Namen und Gesichter in der Sportbranche, sympathisch war mir dabei aber niemand so recht. Also habe ich das gemacht, was ich in solchen Situationen immer mache, ich konsultiere Kollegen oder andere Blogs ebenso lese ich Bewertungen und Erfahrungsberichte. Für einmal hatte ich Glück und eine liebe Kollegin hat mir den Namen Jenny Beckmann und My Body Toning erwähnt. Ich habe mich also auf Jenny’s Website umgesehen, und bevor ich es mir anders überlegen konnte, habe ich sie per Kontaktformular angeschrieben. Da ich nicht genau wusste, was man bei einer solchen Anfrage schreibt, habe ich ihr einfach meine Ambitionen und meinen sportlichen Hintergrund geschildert. Innert weniger Tage erhielt ich eine nette Antwort zurück und eine Einladung zum Probetraining.

Kein Verstecken oder Schummeln

Jetzt gab es kein zurück mehr und so kam der Termin schneller als mir lieb war. Mit der Freude kamen aber auch die Zweifel an mich selbst: Wie soll ich bloss mehrere Liegestützen schaffen? Blamiere ich mich bis auf die Knochen, weil meine Körperspannung mehr schlecht als recht ist?

Alle diese Gedanken entpuppten sich als unbegründet, denn es kam alles ganz anders. Mit einem äusserst herzlichen Lachen hat mich Jenny empfangen, gleich ausgefragt und mir ihre Trainingsart näher gebracht. Das vibrierende Powerplate, bekannt aus den schaurigen Werbungen, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Ohne Fleiss – kein Preis

Obwohl ich erst wenige Male im Training von Jenny war, habe ich an mir Dinge entdeckt (beispielsweise verkrampfte Schultern), die mir selbst nicht aufgefallen wären. Mit der gezielten Isolierung einzelner Muskeln habe ich gar ein völlig unbekanntes Gefühl innerhalb meiner Muskulatur kennengelernt.

Natürlich kann ich meine Defizite nicht vor Jenny verstecken, obwohl mein Körper fleissig zu tricksen und kompensieren versucht. Ihr fällt das natürlich sofort auf und sie ändert auch einmal die während der Durchführung die Ausführung der Übung, damit eine Rückenübung auch wirklich den Rücken aktiviert und ich mich nicht auf meine brennenden Oberarme fokussiere.

Dann gibt es die Momente, in denen mein Kopf sagt: «Hopp weitermachen!», mein Körper aber bereits aus der Übung ausgestiegen ist. Mein Ziel ist es, diese Momente auf ein Minimum zu reduzieren und daran arbeite ich momentan fleissig weiter. Ich danke, der lieben Jenny auch, dass sie merkt, wann ich Zuspruch, wann Verständnis und wann ich Anfeuerung brauche. Ich verlasse das einstündige Training immer müde aber happy. Zum Glück reagiert mein Körper auf die neue Beanspruchung nicht so extrem, wie ich mir das im Vorfeld negativ ausgemalt habe. Ich kann am nächsten Tag noch aus dem Bett steigen, und auch wenn die Arme schwer sind, so lassen sie sich noch problemlos ohne grössere Schmerzen bewegen.

Es macht mir Spass und ich habe keine andere Wahl als mindestens einmal in der Woche den inneren Schweinehund zu überwinden. Ich bin mehr als zuversichtlich, dass dieses Projekt länger als alles andere andauert und deswegen berichte ich dir gerne zu einem späteren Zeitpunkt von meinen weiteren Schritten im Personal Training.

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2 Comments

  • Aah, das lesen meine Augen wieder gern 🙂 ja ein richtiges Training kann eben wirklich Spass machen und wenn es mit der richtigen Person gepaart ist, dann kommt’s sicher gut. Das hat rein gar nichts mehr mit quälendem Müssen zu tun, sondern mit (und ich hab mich selbst dabei ertappt…) der Vorfreude auf die nächste Stunde… selbst am Sonntagabend, wenn ich meine anstehende Woche kurz durch den Kopf gehen lasse. Bin gespannt auf die Resultate und auf einen Eindruck in ein paar Monaten 😉 ich bin sicher, das dauert länger als die Beziehung mit Kayla… Hug. S

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