Reisetagebuch: Vietnam

Vietnam

Ein Reisebericht bedeutet im Grunde genommen folgendes: Die Reise liegt hinter dir und du schwelgst in Erinnerungen. Und genau das werde ich nun hier tun. Also komm mit auf meine Reise und erfahre, was ich alles erlebt habe!

Ich verbrachte drei traumhafte Wochen in Vietnam, Kambodscha und Bangkok, die mir ausgezeichnet gefallen haben. Ganz wie erhofft, habe ich unzählige Eindrücke und Fotos mit nach Hause genommen und insbesondere eine lang vermisste innere Ruhe wiedergefunden, die ich mir sogar bis heute im Alltag konservieren konnte.

Du kannst in diesem Bericht also nicht nur meine Route durch Vietnam Stück für Stück nachverfolgen, sondern merkst dabei höchst wahrscheinlich auch Zeile für Zeile, wie fest mir dieses Land und die Leute ans Herz gewachsen sind. Damit ich mich in meinem Reisetagebuch auch nicht allzu lang fassen muss, gibt es später noch einen weiteren Teil aus dem südlichen Teil von Vietnam sowie tolle Bilder aus Kambodscha in separaten Beitrag.

Vietnam: Die Anreise

Nachdem meine Schwester und ich uns von unseren Liebsten verabschiedet hatten, waren wir beim Besteigen der A380 der Singapore Airlines ziemlich aufgeregt – schliesslich war das unser erster Flug mit dem grossen Vogel. Als grosser Fan von Start und Landung verspürte ich endlich wieder dieses kindliche Kribbeln im Magen, als die A380 ordentlich Geschwindigkeit aufnahm, um in die Luft abzuheben.

Leider kann man sich seine Sitznachbarn im Flugzeug selten aussuchen, also ist beim Reisen stets Galgenhumor gefragt. «Kurze» zwölf Stunden betrug die Leidenszeit, ääh Reisezeit, nach Singapur. Wenn ich die um sich schlagende, komatöse Nachbarin allerdings ausblende, kann ich den Flug mit der Fluggesellschaft äusserst empfehlen!

Kaum in Singapur angekommen, wurde mir dann auch gleich meine erste Lektion erteilt: Iced Coffee inklusive unbekannter Sojamilch ist keine gute Idee für eine Weiterreise.

Lesson learned – the hard way.

Hanoi & Halong Bay

Bei der Ankunft im nördlichen Hanoi (Hauptstadt Vietnams) kamen wir aus dem Staunen kaum heraus: Alles wird ausschliesslich mit Motorfahrrädern transportiert. So sahen wir Mopeds beladen mit Familien, Einkäufen, Tiertransporten oder gar ganzen Toiletten und das alles in Massen. Die Strassen hier heil zu überqueren, erschien uns als unglaublich gefährlich. Trotz langer Reise war an Ruhe und Erholung kaum zu denken, schliesslich war um uns ein ständiges Hupkonzert zu hören. Eine Orientierungshilfe im Strassenverkehr für die Fahrer: wer von hinten naht und überholen will, der muss sich bemerkbar machen. Anfangs irritierte uns diese Geräuschkulisse, am Ende unserer Reise vermissten wir die starken Hupkonzerte der Städte beinahe.

«This is Vietnam. Please be prepared to go with the flow!»

Hanoi war unser Startpunkt der Reise und dementsprechend alles neu und aufregend. Ich genoss die Stadt als ersten Ausgangspunkt sehr, insbesondere die Streetfood-Tour stellte sich als mein Highlight hier heraus. Kreuz und quer liefen wir durch Gassen und an Häusern mit offenen Türen vorbei. Dabei kannten die Bewohner keine Hemmungen und winkten uns Touristen sogar während ihrem Familienessen freudig zu. Auch wir assen alles, was unser Guide uns zum Probieren reichte: Meine grosse Vorliebe für das vietnamesische Banh Mi hat sich dadurch verstärkt und nebst Froschschenkeln und gesüsstem Schweinebauch probierte ich auch den berühmt berüchtigten Egg Coffee.

Bereits am zweiten Tag stand der Ausflug zu den Buchten von Ha Long Bay (vietnamesisch: Vinh Ha Long) an (ein weiteres Highlight!). Der idyllische Ort war auch schon mal als Drehort für James Bond geplant, scheiterte jedoch an der fehlenden Drehbewilligung.

Das traditionelle Boot, welches unsere 16-köpfige Gruppe erwartete, war wahrlich ein kleiner Traum.

Es war ausgestattet mit 2er-Kabinen, eigenem Bad inklusive Dusche/Toilette und einem mehr oder weniger funktionierendem Safe für die Wertsachen. Mehr braucht es kaum, schliesslich verbrachten wir unsere Zeit fast ausschliesslich im Essraum oder auf Deck, wo wir die Buchten und die Stille genossen.

Die gut 70%ige Luftfeuchtigkeit machte mir noch etwas zu schaffen, daher war ich über den Ausflug in die Dao Go Caves doch sehr froh. Kaum hatten wir die Besichtigung abgeschlossen, verzichteten wir auf die mögliche Kajaktour und bevorzugten es endlich im Meer planschen zu können. Unser Abenteuer stand da noch ganz am Anfang und das realisierten wir hier im warmen Wasser freudig.

Unsere Reise beinhaltete viele Bustouren. Hin und wieder mit einem kurzen Zwischenstopp, beispielsweise bei einer Produktionsstätte für Keramik. Umso glücklicher war ich, als ich bemerkte, wie sehr ich diese langen Fahrten genoss: Beruhigende Landschaften und lebendige Stadtquartiere zogen an mir vorbei, und wenn es mir dann doch zu monoton wurde, gönnte ich mir die eine oder andere Stunde Schlaf, schliesslich wollte ich mich auch vom stressigen Alltag erholen.

Hue und Hoi An

Kaum waren wir vom zweitägigen Ausflug zurückgekehrt, hiess es packen und die zwölfstündige Fahrt im Nachtzug nach Hue in Angriff nehmen. Was anfangs noch abenteuerlich und spannend klang, war dann eine stark durchgerüttelte Nacht. An Schlaf war kaum zu denken, und während ich mich auf dem Boot pudelwohl gefühlt habe, werde ich diese Zugfahrt ganz bestimmt nicht missen.

Am neuen Reiseziel Hue angekommen, auch die Kaiserstadt genannt, befand sich die verbotene Stadt mit der früheren Palastanlage der Nguyen Dynastie. Seit den 90er Jahren Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und deswegen war der Besuch natürlich Pflicht.

So eindrücklich die riesige, ehemalige kaiserliche Wohnfläche war, aus Hue sind mir vor allem zwei Erlebnisse im Kopf verankert geblieben: Einerseits ein Abendessen bei einer lokalen Familie, bei der wir nicht nur fantastisch gegessen haben, sondern eben auch den direkten Kontakt zu den Eltern und den Kindern hatten. Unglaublich gefreut habe ich mich, ob der Offenheit der vietnamesischen Kinder:

Selten habe ich kleine Kinder so neugierig und ohne Scheu erlebt, wie während unserer Reise durch Vietnam.

Andererseits unser Motorrad-Ausflug auf dem Rücksitz von Einheimischen. Ich erwischte einen Fahrer, der zwar wenig gesprächig war, dafür umso lieber alle in einem Höllentempo überholte. Eine Fahrweise, welche ich nach anfänglicher Skepsis, unglaublich genoss und befreiend fand.

Während der Besichtigung eines kaiserlichen Grabs der Thien Mu Pagode konnte ich mich unterwegs bei kleinen Ständen kaum mehr zurückhalten und kaufte die klassischen Touristen-Souvenirs: vietnamesische Hüte im Mini-Format.

Vom ruhigen und kaiserlichen Hue ging es weiter ins farbenprächtige, touristischere Hoi An. Ein übersichtlicher, sehr angenehmer Ort, meiner Meinung nach.

Diese Stadt ist bekannt für individuell angefertigte Schneiderkunst. In rund 24 Stunden kann man sich ein eigenes Kleidungsstück vom Stoff bis zum fertigen Modell aussuchen und herstellen lassen. Eine tolle Möglichkeit, welche ich mir jedoch leider entgehen liess. Aufgrund der heissen Temperaturen und der klebrigen Haut war ich ganz happy, dass mir die «Kleider ab Stange» problemlos sassen. Also tätigte ich in Hoi An meine beiden teuersten Einkäufe: Ein weisses Seidenkleid aus einem lokalen Shop und ein Seidentop der Marke metiseko.

Abgeschlossen haben wir die erholsamen Tage in Hoi An mit einer frühen Fahrradtour (Abfahrt: 6 Uhr morgens) durch die Felder von Hoi An. Für den Fahrtwind und die traumhafte Kulisse haben wir sogar aufs Frühstück verzichtet. Kurz vor 9 Uhr waren wir dann dankbar um eine Pho-Suppe.

Wie mir Ho-Chi-Minh-City (ehemals Saigon) gefallen hat und was ich wunderschön am Mekongdelta fand, schildere ich dir im nächsten Teil meines Reisetagebuchs.
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