Romantik für Fortgeschrittene

Romantik
Liebste Fab,

Ich habe sie bestimmt schon zigfach gesehen, die «Sex and the City» Folgen und Staffeln und nie wird mir dabei langweilig. Diese Serie hat Kultstatus nicht nur wegen Samanthas Sprüchen oder Carries Modefimmel, sie greift halt so viele Themen auf, die uns alle – Mädels wie Jungs – noch immer beschäftigen. Sex, Freundschaft, Liebe, Karriere, das Älter- und Elternwerden … die 90er Jahre Serie (ja, richtig gelesen!) bietet genug Stoff, damit sie auch noch ins 2015 passt.

Ich sitze also auf dem Sofa, schreibe gerade an einem Dito-Beitrag und schaue mir beiläufig die Folge an, in der Miranda Steve einen Heiratsantrag macht. Es ist aber nicht der Antrag der kitschigen Sorte, kein grosses Gedöns, einfach zwei Menschen, die sich gerne haben und freundschaftlich ein Bier zusammen trinken. Sie zählen auf, was sie zukünftig nicht werden oder nicht haben wollen. Kein Charlotte Prinzenmärchen und kein ewiges Warten auf Mr. Big. Miranda und Steve sind wohl das ehrlichste und bodenständigste Liebespaar seit Doug und Carrie aus «King Of Queens».

Sie sind einfach grundlegend ehrlich zueinander: zwei Individuen, die sich auf Augenhöhe begegnen. Das nenne ich romantisch.

 

Friends with benefits

Verstehe mich nicht falsch, ich finde, eine Hochzeit ist nicht nötig, um dem anderen zu beweisen, wie sehr man ihn gern hat. Oder dies gar der ganzen Welt zu zeigen und die Liebe auf dem Silbertablett zu präsentieren. Eine gesunde Beziehung ist dann gegeben, wenn man sich auf Augenhöhe begegnet und stets ehrlich zu sich selbst und zu seinem Partner sein kann. Dann braucht es keinen Trauschein oder Ring, man „weiss es“ einfach. Diese Ehrlichkeit führt mich dann wiederum zum Aspekt der Freundschaft einer Beziehung. Denn bei wem kann man ehrlicher und einfach sich selbst sein, wenn nicht beim besten/bei der besten Freund/in? Bereits in «When Harry met Sally» wird der Frage nachgegangen, ob Frauen und Männer Freunde sein können. Auch wenn dieser Film zur kitschigen Sorte gehört, so finde ich es herrlich ehrlich, wie genau dieser Aspekt der Freundschaft aufgegriffen wird und Harry all die kleinen, nervigen Dinge an Sally aufzählt, die er so an ihr mag.

I’ll have what she’s having.

 

True love, real life

Wird Harry die kleinen nervtötenden Dinge für immer an Sally lieben? Wer weiss das schon so genau. Menschen verändern sich, der Alltag kommt ihnen in die Quere, Erfahrungen und Erlebnisse prägen, man entwickelt sich vielleicht in entgegengesetzte Richtungen. Dies ist auch der Grund, weshalb meine «Generation Y» nicht mehr vom «bis dass der Tod uns scheidet» spricht, heutzutage sprechen wir nur noch vom «Lebensabschnittspartner». Wir führen lieber eine gesunde, bodenständige Beziehung als eine stürmische, die uns unglücklich macht. Eine Beziehung ist eben nicht nur eine Beziehung zu einem anderen Partner, es ist auch die Beziehung zum eigenen Selbst, an der man arbeiten muss, damit die Beziehung zum Partner funktionieren kann. Es ist auch das realistische Bewusstsein, dass die anfänglichen Schmetterlinge nicht für immer und ewig bestimmt sind und eine Beziehung des Öfteren hinterfragt werden wird und das auch sollte. Und es ist auch die Erkenntnis, dass es keine schnulzigen Happy Ends und Märchen gibt. Denn das Leben ist nicht perfekt, genauso wie wir es selbst nicht sind.

But if you want true love, then this is it. This is real life. It’s not perfect, but it’s real and if you can’t see it, then you’re blind.

 

Und was ist für dich romantisch?
Herzgruss nach Zürich,
Eve
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