Time-out im Beau Rivage Interlaken

Lindner Hotel Beau Rivage Interlaken Schlafzimmer

Beam me up, beam me up, beam me up, beam me up, beam me up town! So in etwa klingt auch das vergangene Wochenende in meinem Ohr. Man sollte sich doch eben ab und an eine Auszeit gönnen, ich empfehle es dir. Es tut so gut, die Seele baumeln zu lassen und einfach mal nur die Zeit so zu geniessen, wie sie sich eben ergibt. Und genau das haben wir auch getan im Lindner Grand Hotel Beau Rivage Interlaken.

Auf das Hotel bin ich über die Plattform «Secret Escapes» gestossen, die mir eine liebe Freundin empfohlen hat. Die Website wirbt mit -70% auf Luxushotels und Traumreisen. Wer die Hotelpreise in der Schweiz kennt, ist dankbar ein solches Angebot zu finden. Denn wir haben doch tatsächlich lediglich CHF 538.- für 2 Personen, 2 Nächte inkl. Frühstück und 2x ein 3-Gänge-Menü bezahlt! Ein richtiges Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass alleine unser Zimmer normalerweise 599.- pro Nacht kostet – ohne Abendessen versteht sich.

Bevor ich aber bei einem solchen «Lockangebot» auch wirklich zuschlage, informiere ich mich immer zuerst auf Tripadvisor über den Zustand des Hotels und die Rezensionen. Gemischte Meinungen waren da zu lesen, oftmals fällt der Beschrieb «etwas älter, gut erhalten» oder auch mal deutlicher «keine 5 Sterne wert», trotzdem wollten wir den Versuch wagen, da auch einige Stimmen durchwegs Positives zu berichten hatten:

Von der Ankunft bis zur Abreise ein tadelloser Aufenthalt. Wir haben das ausgezeichnete Essen sehr genossen.

Ich hatte das Glück, in meinem bisherigen Leben schon so einige Hotels von innen gesehen zu haben. Seien das Nullsterne oder eben auch 5-Sterne, so wie sich das Lindner Hotel selbst proklamiert. Ich würde nach unserem Aufenthalt jedoch nicht unterschreiben, dass dieses für mich auch wirklich die fünf Sterne verdient hat, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Ankunft: Obschon wir erst um 14 Uhr angekommen sind, konnten wir erst um 15 Uhr unser Zimmer beziehen. Die Auslastung des Hotels war allerdings nicht so hoch, dass ich zu behaupten glaube, unser Zimmer wäre bereits bei Ankunft bezugsfertig gewesen. Nun gut.
  • Wifi: Das Hotel verlangt doch tatsächlich CHF 8.- pro Tag für die Benutzung des Internets. Die Mitarbeiterin konnte uns aber weder sagen, wie schnell die Verbindung ist, noch sagte sie uns, dass wir als Swisscom-Kunde auch über unser Abonnement ohne Aufpreis Internet zapfen können. Stattdessen hätten wir eine Lindner-Punktekarten lösen sollen, die zwar kostenlos gewesen wäre, aber dennoch einen faden Beigeschmack hinterlässt. Auch hier, für ein Luxushotel eine Art Supercard der Hotelkette Lindner zu lösen, finde ich doch sehr unpassend.
  • Interieur: Ich liebe solch schnörkelige, alte Hotels. Daher stört mich der Look «Glanz der vergangenen Tage» kein bisschen. Aber wie gesagt, es ist nicht auf dem neusten Stand und wer das nicht mag, der sollte dem Hotel fern bleiben. Ein klares No-Go für mich: der alte Föhn, den ich von 1-Sterne Hotels her kenne. Ich habe lange Haare und muss dann 20 Minuten lang den Knopf am antriebslosen Föhn drücken, damit er läuft? Nein liebe Hoteliers, im Jahre 2015 könntet ihr das Bad zumindest mit einem neuen Modell ausstatten.
  • Wellness und Spa: Da wir uns informiert hatten, wussten wir, dass lediglich ein Innenpool, eine Sauna, ein Dampfbad und ein Solarium vorhanden sind. Es ist also nicht das ultimative Wellness-Hotel, aber ganz in Ordnung. Das Wasser des Pools war für meinen Geschmack allerdings eine Spur zu kalt. Da es einige Kinder hatte, die gerne im Pool laut planschten, war für mich keine Erholung im «Wellness-Bereich» angesagt. Die Beauty-Treatments von Clarins und das Massageangebot waren hingegen umfangreich und preislich völlig in Ordnung. Ich habe jedoch keines davon ausprobiert.
  • Bar: Optisch gesehen ein richtiges Schmankerl! Leider ist die Karte doch sehr gewöhnlich und der charmante Kellner brachte mir statt einer «hellen Stange» (0.3l) ein «Humpen» (0.5l), da er anscheinend noch nie den Ausdruck «Stangä» gehört hatte.

Und nun zu dem Punkt, der dich wohl so richtig interessiert, schliesslich gehört zu einem erholsamen Wochenende auch gutes Essen dazu. Das Frühstücksbüffet liess fast keine Wünsche offen. Aber eben nur fast! Und wenn ich es mit dem Büffet im Victoria Jungfrau vergleiche, welches nur ein paar Hundert Meter weiter steht, dann muss ich auch hier feststellen, dass das Hotel eher einem 4-Sterne-Standard entspricht. Gut, es gab warme und kalte Speisen, aber für mich fällt das Büffet immer mit der Früchteauswahl und die war doch etwas spärlich für meinen Geschmack. Die warmen Speisen empfand ich ebenfalls als etwas plump und spätestens bei der 08/15 Käseauswahl, war ich leicht enttäuscht. Nichtsdestotrotz klage ich hier auf hohem Niveau, es gab viele Teesorten auszuprobieren und der frisch gepresste Orangensaft ist ja schliesslich auch nicht eine Selbstverständlichkeit.

Es hat also an nichts gefehlt, ausser an etwas mehr Kreativität.

Zu guter Letzt: Am Abendessen kann ich nichts kritisieren, da wir für den Preis inklusive gut gegessen haben und überaus gesättigt waren. Der Service war stets sehr zuvorkommend und sympathisch und wir genossen einfach das Ambiente im alten Barock-Saal. Beide Abende liessen wir dann im Casino, einen kurzen Spaziergang vom Hotel entfernt, ausklingen und haben glücklich im wirklich kuschligen Bett ausschlafen können. Unser Ausflug aufs Jungfraujoch verschoben wir aus wettertechnischen Gründen und genossen den Tag im Hotel mit Lesestoff und einigen Bierchen.

Mein Fazit: Das Wochenende war wirklich erholsam und das Grand Hotel Beau Rivage zu empfehlen, wenn du auf schnörkeliges Ambiente mit gutem Essen stehst. Ich komme gerne wieder, denn für mich hat das Hotel in folgenden drei Kriterien gepunktet:

Sauberkeit, Ruhe & Komfort, Preis-Leistung.

Ein top Time-out, das dringend nötig war, Merci Beau Rivage!

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Happy times. 🍸

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