Ungetragen

Ungetragen

Seien wir ehrlich, jeder von uns hat eine Leiche im Keller. Meine steckt allerdings im Schrank. Sie nennt sich «ungetragen» und schämt sich. Um genau zu sein, sind es insgesamt drei Leichen. Sie ummanteln mich regelrecht und wären nichts lieber als meine täglichen Begleiter. Deshalb ist es an der Zeit, diesen jungfräulichen Kleidungsstücken ein Stückchen Rampenlicht zu gewähren.

Wer weiss, vielleicht werden es ja doch noch Lieblinge?

Ich glaube, es ist DAS It-Ding der jetzigen Stunde: der Trenchcoat. Leicht und luftig, perfekt für den Frühling soll er sein – Zara & Co. machen es momentan vor. Alle wollen ihn tragen. Dieses besondere Stück habe ich ihn Berlin im Voo Store vor ca. 5 Jahren gefunden. Aber alle Achtung, es ist nicht einfach nur ein Trenchcoat! Was ich dir hier nicht zeige ist, dass man die Ärmel und das Capeartige-Oberteil entfernen kann und schon hat man ein ärmelloses Kleid oder eine Weste. An der Puppe sah das einfach spitze aus, der Mitarbeiter vor Ort trug den Rest dazu bei, dass ich mich zum Kauf überreden liess. Zu Hause anprobiert war ich mir dann der Sache nicht mehr so sicher und seither gammelt es vor sich hin. Schade eigentlich, denn das DSTM-Teil kann ich nicht gerade günstig nennen, der Stoff und die Verarbeitung begeistern mich jedoch bis heute. Doch irgendwie will es nicht so recht klappen mit uns. Ich gebe mir aber einen Ruck und verspreche hiermit offiziell, dass ich ihn mindestens einmal ausführen werde!

Mantel: DSTM
Pullover: COS
Hose: Dr. Denim
Schuhe: Nike
Sonnenbrille: Komono vom The Backyard Store

 

I scream for ice cream! Das softe pastellgelb passte damals perfekt zum grau-nassen Tag in Paris. Ich habe diesen Mantel vor ca. 7 Jahren in Paris in einem Vintage-Store entdeckt und sah mich schon als Sixties-inspiriertes Girl an der Seine romantisch und melancholisch zugleich entlang schlendern. «Mad Men»-mässig halt. Stark. Doch Mist, was ziehe ich bloss drunter an? Ja genau daran scheitert mein Vorhaben, den Mantel anzuziehen, jedes verdammte Mal. Der pastellblaue Pulli passt natürlich, aber 60-er Style ist was anderes. Dabei liebe ich den Kragen, die Länge, das Material – und deswegen bleibt er auch bei mir, der Twiggy-Mantel.

Denn er lässt mich träumen von einer anderen Evelyn, die in einer anderen Ära lebt.

Mantel: Vintage
Pullover: H&M
Hose: Dr. Denim
Schuhe: «Grise» Le Talon (Japan)

 

Okay, zu meiner Verteidigung. Diesen Manoush Mantel habe ich ebenfalls in Paris gekauft und meine Begleitung in 3 Geschäfte geschleppt, bis ich ihn endlich mein Eigen nennen durfte. Was mich damals geritten hat? Ich weiss es noch haargenau: Es war ein anderes Mädel, das diesen Mantel trug. Sie trug ihn mit einer Lässigkeit, die mich beeindruckt hat. Was dir jetzt vielleicht komisch vorkommt, hatte mich damals vom Kauf vollends überzeugt, denn das Mädchen trug unter dem Mantel lediglich eine hellgraue Jogginhose, einen hellgrauen Kapuzenpullover und Converse Sneaker. Für mich damals eine gewagte aber stimmige Kombination, die jegliche Aufgeregtheit dieses Mantels bekämpft hat. Trennen mag ich mich einfach davon nicht, obschon ich ihn wirklich nie getragen habe in all diesen Jahren.

Ich mag die einzelnen Elemente zu sehr, aber an mir sieht das Ganze aus, als wäre ich eine russische Puppe, die zu viel Vodka getrunken hat.

Ach genau, die Schuhe! Das sind Stine Goya two tone Pumps, in die ich mich auf den ersten Blick verliebt hatte und unbedingt haben musste. Also radelten wir vor 3 Jahren quer durch Kopenhagen bis ich sie in der Grösse 37 gefunden hatte. Leider etwas zu gross, bereits damals erkannt, aber nicht wahrhaben wollen. Ich liebe sie. Nein, ich vergöttere sie. Die Form, die Farben … aber leider das unbequemste Paar Schuhe, das ich besitze. Ich kann darin nicht laufen, sehe aus, wie ein klappriger Storch. Dennoch bereiten sie mir Freude beim blossen Ansehen und das ist doch auch etwas, nicht?

Was denkst du: Was davon soll ich behalten und ausführen und wovon soll ich mich trennen? Oder anders gefragt: Kombinationsmöglichkeiten, anyone?

Mantel: Manoush
Pullover: COS
Hose: Dr. Denim
Schuhe: Stine Goya

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