Unknown User

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Quelle: neatorama by DraftFCB

Ich mag Horrorfilme. Nicht. Doch. Irgendwie schon. Eigentlich ist es wie mit dem rosa Elefanten: Soll man nicht an ihn denken, kann man nur noch an ihn denken. Horrorfilme packen, obschon ich wegschauen möchte und doch nicht kann. Mein erster Horrorfilm war «Nightmare on Elm Street» – Freddy Krueger mein Held und zugleich der schlimmste Albtraum. Seither schaue ich mir Splatter und Horror-Thriller besonders gerne an. Mit einer Ausnahme: Michael Myers in «Halloween». Bei diesem Anblick bleibt mein Herz stehen.

Ein Freudensprung hat mir hingegen «Blair Witch Project» beschert. Ein ausserordentlicher Film. 1999 und ein noch nie da gewesenes Phänomen war geboren. Kein Wunder hat auch der folgende Film etwas Ähnliches in mir ausgelöst. Zwar kein solcher Riesenhit aber anders, weil: zeitgemäss. Bereits der Trailer hatte mich gepackt und mir war klar, dass ich mir diesen Film ansehen muss.

Die Story

In «Unknown User» chatten sechs Freunde via Skype miteinander, als sich plötzlich ein unbekannter Nutzer einschaltet. Er will wissen, wer vor rund einem Jahr ein peinliches Video ihrer Mitschülerin Laura Barns ins Netz gestellt hat. Diese zog eine Reihe hämischer Kommentare und wenig später den Selbstmord des Mädchens nach sich. Der anonyme Nutzer droht mit Toten und bald passieren unheimliche Dinge…

Zeitgeist

Ja, wir haben uns den Film auf Deutsch reingezogen. Das mache ich in der Regel nicht, hat sich aber so ergeben. Und im Nachhinein muss ich sagen: zum Glück! Denn ansonsten hätte ich es verpasst, wie detailreich der Film produziert ist. Das Besondere am ganzen Film ist, dass sich der gesamte Film auf dem Laptop der Protagonistin Blaire abspielt. Bis ins kleinste Detail, sprich jeder Tab und somit jedes Fenster im Computer wurde ins Deutsche übersetzt. Eine Heidenarbeit (glaube ich zumindest)! Des Weiteren finde ich es toll, wie authentisch der Film in unseren Zeitgeist passt. Instagram, Twitter, Facebook, Google und Skype – nun okay, der Film ist aus dem Jahre 2014, heute wäre statt Skype wohl eher Snapchat angebracht. Dennoch: Der Film greift eine aktuelle Thematik auf, die besonders auf Jugendliche zutrifft. Cybermobbing ist für viele Alltag und traurige Realität.

Top oder Flop?

Overall hat mich der Film gepackt und nicht losgelassen. Der Schluss hat mich allerdings ziemlich enttäuscht, da er alle Klischees erfüllt und die Modernität der Thematik somit gleich zunichtemacht. Ich verrate dir aber an dieser Stelle nicht, weshalb das so ist, sonst hättest du ja keinen Grund mehr den Film anzuschauen. Das Spiel mit dem Multitasking – die Protagonistin skypt, schreibt iMessages, googelt, stöbert auf Facebook und Instagram und hört dabei auch noch Musik – hat mich allerdings positiv gestimmt. Der Film wirkt dadurch realitätsnah und spielt zuletzt auch mit diesen Gegensätzen. Spannend ist er allemal, eine leichte und unterhaltende Kost mit einer doch tiefgründigeren Thematik als auf den ersten Blick vermutet.

Empfehlungsskala: ★★★☆☆

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