Was denkt man(n) über…

Klobesuche zu zweit
Bildquelle: http://postgradproblems.com/

Eines der grössten Geschlechterklischees aller Zeiten dürfte bereits so ausgelutscht sein, dass sich kaum mehr eine Diskussionsrunde, die nicht zu Bekannten oder Verwandten von Mario Barth gehört, um das Thema bemüht. Doch es ist jetzt einfach nötig, der einen Sache auf den Grund zu gehen und die gemeinsamen Klobesuche der Frauen zu hinterfragen. Hier kommt die letzte logische Erklärung, die du brauchst.

Eines der ersten Gefühle, welches wir als Menschen durchleben, ist nicht Freude, nicht Angst, es ist das Gefühl von Harndrang. Was sich in einer Welt aus Eis und Schnee wie der angenehme, warme Schauer für kalte Wintertage verkaufen lässt, ist bereits in den ersten Lebensstunden das Unangenehm – oder Angenehm, je nach Durchhaltevermögen – das uns unser ganzes Leben begleiten wird.

Kurz einmal in den ersten Lebensjahren feiern wir alle einen unserer grössten Erfolge, nämlich wie wir uns selber aufs Töpfchen setzen. Kurz danach sind wir beim Wasserlassen und Schiffe versenken auch nicht mehr auf fremde Hilfe angewiesen, was – wenn alles wie geschmiert läuft – auch bis zu unseren letzten eigenen Schritten so bleiben wird.

Dennoch, und nicht selten, möchten wir beim Klogang nicht alleine sein und erlauben unseren besten Freundinnen und Freunden, uns zu begleiten. Eine zuvorkommende Geste, wenn man bedenkt, dass wir unser tiefstes Innerstes preisgeben.

 

Phänomen Klogang zu zweit

Das Phänomen des gemeinsamen Klobesuches tritt häufiger bei Frauen auf. Und weil diesem Geschlecht bereits schlechter Orientierungssinn nachgesagt wird, könnte es sein, dass die gegenseitige Unterstützung dafür sorgt, den Rückweg wieder zu finden.

Oder aber, und das halte ich aus mehreren Gründen für wahrscheinlich, es geht gar nicht darum, gemeinsam, Kabine an Kabine, auf der Kloschüssel zu sitzen und die Geräuschkulisse zu geniessen. Denn, und jetzt kommt es: Frauen scheinen so oft zur selben Zeit zum WC gehen zu müssen, dass es völlig offensichtlich ist, dass sie dort miteinander sprechen, sich absprechen, die Uhren abgleichen, um eine halbe Stunde später wieder gemeinsam die Runde zu verlassen, wieder noch einmal einen Uhrenvergleich durchführen.

Sie gehen gemeinsam zur Toilette, um die Zeiger ihrer Uhren auf den gleichen Stand zu bringen, ohne dabei bei den Anwesenden unhöflich zu erscheinen, weil sie die ganze Zeit auf ihre Uhren glotzen müssten. Es gibt Internetforen, in denen Uhrzeiten vorher abgesprochen werden können und sogenannte Mondkalender zeigen, wann die Zeiger gut stehen.

Das klingt alles so absurd. Wir Männer haben uns Jahre lang Sorgen gemacht. Wir dachten, der Besuch dieses Helms Klamm der Weiblichkeit sei Anlass dazu, sich über uns zu unterhalten. Über unsere Frisuren, Körperdüfte, schönsten Hemden, Mütter und besten Freunde abzulästern. Unseren Humor, Charm, unsere Leistung und unser Dasein anzuzweifeln. Über die Krümmung unserer Geschlechtsorgane, unseren Zivilstand zu rätseln oder uns zu googeln. Doch nie mehr werden wir an den Frauen zweifeln. Nie mehr werden wir ihnen so etwas unterstellen.

 

«Aber Männer gehen doch manchmal auch zu zweit aufs Klo?»

Männer gehen nur aus einem der folgenden drei Gründen beabsichtigt mit einem anderen Mann zur Toilette:

  1. Einer von beiden weiss nicht, wo die Toilette ist.
  2. Beide haben exakt genau gleich viel Bier getrunken.
  3. Wir hoffen immer noch insgeheim, dass es die Toilette aus «zwei bärenstarke Typen» gibt, in der Bud Spencer und Terence Hill den Raum betreten und sich beim Verlassen auf einer Yacht wiederfinden.

 

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