Who’s that girl?

Who's that girl
by jonasweibel.ch
Liebste Eve

Sei ehrlich, hast du auch schon einmal morgens in den Spiegel geschaut und gedacht, was will dieses Girl vom Leben und was macht sie glücklich? Wer blickt mir da eigentlich entgegen?

Nie? Dann beglückwünsche ich dich zu deinem glasklaren Selbstbild und deiner blitzblanken persönlichen Vision. Im Prinzip könntest du jetzt zu lesen aufhören, aber vielleicht interessieren dich meine Antworten auf diese Fragen?

Kurz vor der grossen 30 erwartete ich die ominöse Lebenskrise. Monat für Monat führte ich Scharmützel im Job mit Freunden oder Kollegen – der innere Selbstkrieg liess sich jedoch nicht blicken.

Immer nur vorwärts

Jetzt bleibt mir nur noch etwas weniger als einen Monat Zeit. Aber man soll sich bekanntlich nie zu früh freuen. Anstelle von Selbstzweifeln habe ich mich in den letzten Monaten im Alltag plötzlich chaotischer und viel gelassener erlebt. Prägende Entscheidungen in meinem Privatleben haben mich wieder zu der emotionalen und quirligen Frau gemacht, die ich lange Zeit irgendwo vergraben hatte. Kurz: Mit 29 Jahren bin ich endlich da angekommen, wo ich sein will. Und obwohl ich tolle Freundschaften während meiner Ausbildung pflegte, möchte ich auf keinen Fall noch einmal jünger sein, als ich es jetzt bin.

Meine Freunde haben entweder Kinder oder sammeln Pokémons.

Ein Satz, der nicht treffender sein könnte. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich mich in alle Richtungen bewegen kann. Es ist nicht der Zeitpunkt Bilanz zu ziehen, sondern vielmehr zu erkennen, dass jetzt wirklich alles möglich ist und ich verschiedene Wege beschreiten kann und werde.

Die neue Freiheit, die mit dem Alter kam, ist keineswegs erschreckend sondern eben «befreiend». Rückblickend kann ich sagen, wenn ich in den Zwanzigern etwas gelernt habe, dann:

Irgendwie geht es immer.

Ich habe gelernt, dass man sich in grossen Lebensfragen nicht verlieren sollte, sondern sich an Kleinigkeiten weiterentwickeln sollte. Aus den Details entwickelt sich dann das eigene Lebensmotto und dieses darf auch ruhig mit Widersprüchen gesät sein.

Who’s that girl?

Ja, wer bin ich eigentlich? Und zwar aus meiner ganz eigenen Perspektive? Anhand banaler Details möchte ich auch mir selber zeigen, warum ich gerade so relaxed (geworden) bin:

  1. Ich halte mich an Strukturen und bin im Chaos-Ranking trotzdem ganz weit oben. Die Mischung macht’s!
  2. Mit dem Auslösen von automatischen Sensoren habe ich starke Mühe und verzweifle beim Händewaschen mit neuartigen Wasserhähnen permanent.
  3. Lustigerweise lasse ich mich gerne von anderen chauffieren gleichzeitig interessiere ich mich neuerdings für das Motorradfahren. Ein Widerspruch? Ich meine: willkommen in meiner Welt!
  4. So habe ich auch panische Angst vor Nadeln und trotzdem ein Tattoo. Okay, ein Mini-Mini-Tattoo.
  5. Gesundes Essen ist mir wichtig. Das Verdrücken eines Hamburgers schaffe ich trotzdem schneller als mancher Mann. Komischerweise erfüllt mich das ein bisschen mit Stolz. Ups.
  6. Nach einem intensiven Workout benötige ich fast eine Minute länger bis in den 4. Stock und bleibe jeweils keuchend vor meiner Wohnungstür stehen. Im Alter grüsst der Muskelkater stärker. So what?
  7. Loyalität ist für mich extrem wichtig. Opportunistische Personen konnte ich noch nie leiden. So habe ich meine engen Freundschaften stark reduziert und bin sehr wählerisch geworden.
  8. Ich bin Siesta-Fan. Irgendwann wird sich die Arbeitswelt auch nach diesem Lebensbedürfnis richten.
  9. Ich sehe mich als modern, innovativ vorausschauend und manchmal erschreckend spiessig.
  10. «Forever U18» – nicht im Kopf aber irgendwie immer bei der Ausweiskontrolle. Seit Neustem bin ich gar enttäuscht, wenn ich nicht mehr nach dem Ausweis gefragt werde.
  11. Handwerklich mittelmässig begabt, so habe ich keine Probleme für eine Bilderwand unzählige Nägel ohne Wasserwaage und Abmessen einzuschlagen. Meine Liebe für gerade Linien ist hier sicherlich von Vorteil.
  12. Jahrelang habe ich es verleugnet, jetzt stehe ich plötzlich dazu: beim Kochen/Backen kann ich sehr gut entspannen. Während der Arbeitswoche entspanne ich allerdings noch lieber mit Freunden oder vor dem TV.
  13. Verbrannter Toast ist mein liebster Duft. Bei wem zu Hause darf ich im grossen Stil Toasts verbrennen?
  14. Ich werde von Produkten mit einem «Neu»-Signet regelrecht magisch angezogen. In Schnellrestaurants oder Cafés hingegen fällt meine Wahl immer auf das Gleiche. Never change a winning team!
  15. Eine grosse Portion Humor und Schlagfertigkeit sind mir wichtig. Wer mich nicht im Zaum halten oder gut kontern kann, denen bin ich zu eigensinnig.

Ich bin bereit für die neue Zahl und bin überzeugt, dass ich mich kein bisschen anders als jetzt fühlen werde!

Liebe Grüsse nach Bern,
Fabienne
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